Fakten und ein Schauermärchen zum RRX-Haltepunkt Düsseldorf-Benrath

Der Grüne Bezirksvertreter in der Bezirksvertretung 9, (Benrath, Urdenbach, Wersten, Holthausen, Reisholz, Hassels, Itter, Himmelgeist) Ernst Welski, ist ein Grünes Urgestein und kennt „seine“ Stadtteile in- und auswendig. Ich behaupte sogar jeden Stein und jeden Radweg samt Drucksachennummer der Anfragen oder Anträge, die in der BV dazu mal gestellt wurden.

 

Sein ausgezeichnetes Langzeitgedächtnis macht denjenigen einen Strich durch die Rechnung, die auf das Kurzeitgedächtnis der Öffentlichkeit und der Wählerinnen und Wähler setzen, wie mein Mitbewerber um das Direktmandat im Düsseldorf Süden, Peter Preuß (CDU), erfahren musste. Er hatte über die Zeitung uns GRÜNEN vorgeworfen, wir würden uns nicht für den Erhalt des Regionalhaltepunkts Benrath einsetzen und unsere Forderungen seien nicht authentisch.

 

Peter Preuß und die CDU im Düsseldorfer Süden haben an den Wahlkampfständen im Landtagswahlkampf 2010 Unterschriften für den Erhalt des Regionalhalts gesammelt. Da war das Kind aber leider schon in den Brunnen gefallen, weil alle Düsseldorfer CDU-Abgeordneten nicht die Courage hatten, im Landtag in 2007 und abermals in 2009 die Interessen des Düsseldorfer Südens gegen ihre eigenen Parteifreunde zu vertreten, zum Beispiel dem damaligen NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU), der in seiner Rede zum RRX unter anderem folgenden Satz sagte:

 

„Wollen wir einen schnellen Rhein-Ruhr-
Express? Wollen wir einen Rhein-Ruhr-Express,
der nicht an jeder Milchkanne hält, sondern der
wirklich den Titel „Express“ verdient? Oder wollen
wir auch noch die letzte Milchkanne anschließen?“

 

[Plenarprotokoll der Sitzung des Landtags vom 23.05.2007, Drucksache 14/61, S. 6914]

 

Ernst Welski wusste das noch und viele Wählerinnen und Wähler nun auch, denn diese Fakten wurden auch durch einen Artikel der Rheinischen Post gewürdigt, sodass die Darstellung von Peter Preuß nicht unkommentiert blieb. Nun ist es ja erfreulich, dass alle relevanten politischen Kräfte zu Wort kamen und offensichtlich im Ziel übereinstimmen. So hätte ich nichts weiter gesagt, wäre da nicht heute in der Berichterstattung der Rheinischen Post durch Herrn Preuß das Schauermärchen verbreitet worden, es hätte ein Junktim gegeben, den RRX ohne Regionalhaltepunkt Benrath durchzuwinken, oder ihn sonst gar nicht zu bekommen.

 

Dies widerspricht der eigenen Stellungnahme von Peter Preuß zu unserem bereits 2007 gestellten Antrag. (http://www.peter-preuss.de/index.php?ka=1&ska=1&idn=56).  Auch der zitierte Verbalausfall des damaligen Verkehrsministers Wittke stößt in das selbe Horn: man müsse sich entscheiden, ob wir einen „Express“ wollen oder nicht. Es handelt sich dabei also um eine politische Entscheidung und von einem Junktim ist hier nichts zu lesen und auch nichts zu erkennen.

 

Dass es sehr wohl Möglichkeiten für einen Regionalhaltepunkt Benrath gibt, zeigt die Ankündigung der Bahn, den Regionalhalt ernsthaft zu prüfen: http://stefan-engstfeld.de/2011/12/wieder-hoffnung-fuer-rrx-halt-in-duesseldorf-benrath/

 

Der Einsatz für die Interessen der Stadt lohnt sich also. Schließlich bindet der Regionalhaltepunkt Düsseldorf-Benrath 40.000 Arbeitsplätze an. Das ist wahrlich eine Menge Milch!

 

Anbei habe ich ein paar Links zusammengestellt, an denen der Ablauf noch einmal deutlich wird und aus denen hervorgeht, dass wir GRÜNEN uns immer für den Erhalt des Regionalhalts eingesetzt haben und das nicht nur im Wahlkampf…

 

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD14-4341.pdf

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD14-4392.pdf

http://www.gruene-duesseldorf.de/Detailansicht-Buendnis-90-Di.2928.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=240&cHash=8109d02127

http://andrea-asch.de/fileadmin/user_upload/gruene_ltf_asch/Veranstaltungen/Entschliessungsantrag_RRX.pdf

http://stefan-engstfeld.de/2011/12/wieder-hoffnung-fuer-rrx-halt-in-duesseldorf-benrath/

und, interessanterweise 🙂

http://www.peter-preuss.de/index.php?ka=1&ska=1&idn=56

 

 

2 Kommentare

  1. Klaus Kennin sagt: Antworten

    RRX
    Lieber Herr Abel,
    ich verstehe den Sinn des RRX nicht. Es gibt ihn doch schon in Form der Regionalzüge. Diese Doppelstockzüge lassen technisch eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h zu.
    Will man schneller fahren, gibt es die ICE Züge, die mindestens 250 km/h fahren. Solche Geschwindigkeiten sind aber m.E. im dichtbesiedelten Ruhrgebiet und Rheinland garnicht möglich. Deshalb fahren die RE und ICE Züge ihre Höchstgeschwindigkeiten nicht aus. Eine Erhöhung der Reisegeschwindigkeit wäre also nur möglich durch den Verzicht auf Haltepunkte. Der RRX macht nur Sinn, wenn man die Strecke um zwei zusätzliche Gleise erweitern würde.

    Für Benrath würde sich die Situation bei einem Verzicht auf einen Haltepunkt erheblich verschlechtern.

    MfG Klaus Kennin

    1. Sehr geehrter Herr Kennin,
      Danke für Ihren Kommentar und Ihre Frage. Zusammen mit dem Ruhrgebiet ist das Rheinland der größte Ballungsraum Europas und die Fahrgastzahlen steigen kontinuierlich. Wir wollen außerdem mehr Leute dazu bewegen ihr Auto stehen zu lassen und die Bahn zu nutzen. Wir brauchen also verbesserte Angebote für unseren ÖPNV, wenn wir die Verkehrswende schaffen wollen. So wollen wir die unvorstellbar großen Pendlerströme von der Autobahn auf die Schiene bekommen. Deswegen müssen die Verbindungen besser werden, durch mehr Komfort und attraktivere Angebote. Auf der Achse Dortmund und Köln brauchen wir deshalb dringend eine schnelle Verbindung und Alternative zum RE für die vielen BerufspendlerInnen, dies bedeutet z.T. auch eine eigene Schieneninfrastruktur um die Taktdichte zu erhöhen. Wichtig ist, dass es sich um ein Nahverkehrsangebot handelt, wenn Sie so möchten ein „Premium“ Nahverkehrsangebt, so dass auch JobticketinhanberInnen in den Genuss einer schnellen Verbindung kommen, die sich den ICE nicht leisten können und für die Strecken, die im Vergleich zum Auto immer noch nicht attraktiv genug wären, so für einen Umstieg auf die Bahn in Frage kommen. Der Regionalhalt Benrath soll unbedingt erhalten bleiben, denn hier handelt es sich nicht um eine Milchkanne sondern er bindet 40.000 Arbeitsplätze an. Ich hoffe, dass ich Sie von der Notwendigkeit überzeugen konnte.
      Freundliche Grüße
      Martin Abel

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