Aus für das Allwetterbad?

Wie heute auch in mehreren Zeitungen zu lesen ist, plant die Stadtspitze offenbar nicht mehr an einer Modernisierung oder einem Neubau des Allwetterbads Flingern. Vielmehr scheint sie die Zukunft des Allwetterbades komplett in Frage zu stellen. Nach zehn Jahren Hin und Her und unzähligen Versprechen, Ankündigungen und Planungsverfahren und einem Ratsbeschluss, soll das Allwetterbad komplett dicht gemacht werden. Nichts anderes bedeuten für mich die Pläne, dass das 50m-Becken erhalten und dann als Freibad fungieren soll. Für die ansässigen Vereine und viele Sportler würde dies den kompletten Wegfall der Trainingsmöglichkeit bedeuten.

Eine Stärkung des Arena-Sportparks ist sinnvoll und bedarfsgerecht und wurde auch mit unseren Stimmen im Sportausschuss beschlossen. Das nun beide Standorte gegeneinander ausgespielt werden sollen, ist jedoch nicht in Ordnung. Auch das Verfahren ist nicht in Ordnung: weder wurde die Bezirksvertretung über diese Pläne informiert, geschweige denn beteiligt – ich habe von diesen Planungen erst aus den Unterlagen des Sportausschusses erfahren – noch der Rat der Stadt, der immerhin am 10.6.2010 einen Beschluss gefasst hat, der eine Renovierung des Allwetterbads vorsah.

Unsere Ratsherren und meine Kollegen aus der Bezirksvertretung 2, Günter Karen-Jungen und Jens Petring, werden auf der Sitzung des Sportausschusses morgen entsprechende Nachfragen stellen und sich für den Erhalt bzw. eine Modernisierung des Allwetterbads stark machen.

Unsere Fraktion wird außerdem auf der Sitzung der Bezirksvertretung (18. September) folgende Anfrage stellen:

Für die kommende Ratssitzung hat die Verwaltung eine Drucksache in das Verfahren gegeben, die ausweislich des Sitzungsplans die BV 2 nicht erreichen soll. Darin wird vorgeschlagen, entgegen eines Ratsbeschlusses aus dem Jahr 2010 alle Pläne zum Umbau und zur Renovierung des Allwetterbades in Flingern aufzugeben. Es soll lediglich aus Gründen der Gefahrenabwehr ein Abbau des maroden Zeltdaches erfolgen, wodurch ein weiteres Freischwimmbecken entsteht. Fast zynisch wird angekündigt, dass dann voraussichtlich ab Mai 2013 die Wiedereröffnung einer ausschließlich als Freibad funktionierenden Badeanstalt erwartet werden darf.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

1. Welche Gründe sind ausschlaggebend dafür, dass – offensichtlich an der BV 2 vorbei – und ohne das noch für dieses Jahr angekündigte Bäderkonzept abzuwarten, der Ratsbeschluß vom 10. 6. 2010 zum Umbau und zur Renovierung des Allwetterbades in Flingern aufgehoben und zugunsten des Rheinbades abgeändert wird ? (Auf eine Wiederholung der in der Drs. 52/44/2012 genannten Gründe „Wegfall der DSV-Zusage zur Durchführung von Deutschen Schwimm-Meisterschaften“ und “unprofessionelle Erstellung des Planungskonzepts sowie seiner Kostenansätze“ kann verzichtet werden.)

2. Welche enumerativ aufzuzählenden Nutzergruppen sind von dieser Maßnahme betroffen und müssen – nicht nur „zum Teil im Freizeitbad Düsselstrand“ – wie in der o. g. Vorlage dürftig angedeutet – an welchen anderen Standorten bedarfsgerechte Schwimmzeiten angeboten bekommen und wie sind diese Zeiten gegenwärtig bebucht ?

3. Welche Gründe sind ausschlaggebend dafür, dass die Verwaltung offenbar keinerlei über den Abbau des Zeltdaches hinausgehenden Sanierungs- bzw. Renovierungsbedarf zur Attraktivitätssteigerung des Allwetterbades mehr benennt und welches plausibel belastbare Nutzungskonzept verfolgt sie für welche Nutzergruppen dieser Sportstätte zukünftig (Energieversorgung, Wassertemperaturen, Hygiene usw.) ?

Begründung: Die sich mit der Drs. 52/44/2012 abzeichnende Zukunft des Allwetterbades in Flingern gibt Anlaß zu der Befürchtung, diese Schwimmstätte wird durch hingenommene Deattraktivierung abgängig gestellt. Es spricht nichts gegen Verbesserungen am Standort des Rheinbades. Wenn dies aber nur zu dem Preis eines schleichenden Todes des Allwetterbades erreicht werden kann, muß einer solchen Strategie mit allem Nachdruck entgegengetreten werden. Die hygienischen Bedingungen in Umkleiden und Duschen sind einer „Sportstadt“ Düsseldorf unwürdig. Die Reduzierung auf eine reine Freibadfunktion trägt den Bedürfnissen der Bevölkerung nicht im entferntesten Rechnung.

gez. Jens Petring

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