Rede zur Kulturellen Bildung im Landtag

Foto: Schälte, Bernd

„Unser Ziel ist, dass wir allen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, die ganz andere Welt von Kunst und Kultur zu erleben.“

Martin-Sebastian Abel (GRÜNE): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte mit dem beginnen, was die Ministerpräsidentin gestern in der Generaldebatte zum Haushalt gesagt hat. Aus meiner Erinnerung: Wir alle wissen, wie wichtig kulturelle Bildung gerade für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen ist. Da geht es in der Tat um Teilhabe. Gerade in diesem Alter entwickeln junge Menschen eigene kulturelle Interessen. Wir müssen ihnen alle Chancen geben, die Kreativität zu erproben und sich mit Kunst und Kultur vertraut zu machen.

Ich habe das hier gerne wiederholt, weil ich es bemerkenswert finde, dass sie das in der Generaldebatte erwähnt hat. Das zeigt den Stellenwert der kulturellen Bildung. „Kein Kind zurücklassen“ bedeutet eben auch, den Zugang zu Kunst und Kultur für alle zu ermöglichen. Das sehen wir als Fraktionen von Grünen und SPD so, das sieht die Landesregierung so, voran Ministerin Schäfer.

(Beifall von Reiner Priggen [GRÜNE])

Und das, meine Damen und Herren, ist auch Ausdruck der Erkenntnis, dass wir die Herausforderungen der Zukunft ohne die Kultur nicht werden bewältigen können, dass zu guter Bildung eben nicht nur guter Unterricht gehört, sondern dass gerade Theaterbesuche, Lektüre von Büchern, Musik machen, Musik hören, Texte schreiben junge Menschen bewegen können.

Die Potenziale, die wir dadurch heben können, sind ein riesiger Schatz, von dem wir alle profitieren können. Ich meine das nicht ökonomisch. Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass kreative Potenziale auch für die Wirtschaft immer wichtiger werden.

Meine Damen und Herren, genau deswegen satteln wir in diesen Bereichen drauf – trotz schwieriger Haushaltslage.

(Beifall von den GRÜNEN)

Wir haben seit Regierungsübernahme für Zuwächse bei Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche gesorgt, inklusive dem Kulturrucksack, der landauf, landab in vielen Kommunen gepackt wird.

Aktuell haben wir mit dem verabschiedeten Haushalt eine halbe Million Euro draufgelegt. Wenn Sie schauen, wo wir begonnen haben, und sehen, dass wir jetzt jedes Jahr 7,9 Millionen € alleine in diese Projekte geben – JeKi nicht mit eingerechnet –, dann zeigt Ihnen das doch bei einem Gesamtetat von etwas mehr als 182 Millionen €, wo die Prioritäten liegen.

Damit wäre eigentlich alles erschöpfend gesagt. Jetzt gibt es aber noch den Antrag von den Kolleginnen und Kollegen der FDP. Ich hatte mir überlegt – aber das lässt die Geschäftsordnung des Hohen Hauses nicht zu –, mit einem Beamer durch die Webseite kulturrucksack.nrw.de zu klicken. Denn alles, was Sie in Ihrem Antrag einfordern – Transparenz, Kriterien offenlegen, bisherige Projekte online stellen –, können Sie seit Beginn des Projektes Kulturrucksack auf dieser Webseite nachlesen.

Da wir das jetzt hier nicht online nachvollziehen können, habe ich für die Kolleginnen und Kollegen schon einmal nachgeschaut, was es dazu in ihrem Heimatkreis in den nächsten Wochen so gibt. Zum Beispiel findet am 28. März im Burgenmuseum Nideggen, sehr geehrte Kollegin Schmitz, eine Reise in die musikalische Welt des Mittelalters statt. Da können Kinder viele interessante Instrumente, alte Texte und Speisen kennenlernen.

Herr Nückel, in den Flottmann-Hallen Herne probt bereits seit Februar eine Gruppe 10- bis 14-Jähriger Szenen und Performances für Improvisationstheater ein. Die Aufführungen werden am 22. und 23. Juni im Rahmen des Herner Kulturfestivals gezeigt. Die Teilnahme ist für die Kinder kostenlos. Ich drücke ihnen alle Daumen für eine gelungene Aufführung.

Jetzt muss ich etwas mit der Redezeit improvisieren. – Meine Damen und Herren, ich bin Ihnen für den Antrag trotzdem sehr dankbar. Denn auch wenn er sich wohl erledigt hat ­– das können wir im Ausschuss noch mal beleuchten –, können wir im Hohen Hause somit noch mal über die Kulturpolitik sprechen, was ja nie schaden kann, und auch noch mal sagen, was wir machen wollen. Wir wollen eine biografische Kulturförderung: vom Kindergarten über die Grundschule bis hin zu den 10- bis 14-Jährigen und darüber hinaus.

(Beifall von den GRÜNEN)

Wir knüpfen an den vorhandenen Angebotsstrukturen an: Kunst im Kindergarten, dem Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ – lieber Thomas Sternberg, ich bin sehr gespannt auf Ihre Vorschläge im Ausschuss – und dem Landesprogramm „Kultur und Schule“.

Unser Ziel ist, dass wir allen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, die ganz andere Welt von Kunst und Kultur zu erleben. Das ist besonders wichtig für die Städte, in denen es knapp ist.

Wir werden Ihren Antrag im Ausschuss debattieren. Vielleicht schauen Sie bis dahin, liebe Kolleginnen und Kollegen von der FDP, noch mal auf die Webseite. Möglicherweise brauchen wir dann gar nicht alle Punkte zu besprechen. Wenn es irgendwo gute Verbesserungsvorschläge gibt: Wir sind sehr offen dafür. – Vielen Dank.

(Beifall von den GRÜNEN)

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