Delfinarium in Duisburg nicht artgerecht – Zoo muss Konsequenzen ziehen

delf duisbZur Diskussion um die Haltung von Delfinen im Duisburger Zoo erklärt Martin-Sebastian Abel, Sprecher für Tierschutz der GRÜNEN Fraktion im Landtag NRW:

„Die Anhörung im Deutschen Bundestag auf Antrag der Grünen hat die problematische Haltung von Delfinen in Zoos erneut in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit gerückt. Die Todesfälle von Jungtieren im Duisburger Zoo sind erschütternd und müssen aufgeklärt werden. Die Haltung der Tiere steht immer wieder in der Kritik, und die artgerechte Haltung wird von wissenschaftlichen Gutachten in Frage gestellt. Duisburg sollte dem Beispiel von Münster folgen und die Haltung von Delfinen unter den jetzigen Bedingungen beenden.

Die Schweiz hat bereits im Mai 2012 ein Importverbot für Delfine beschlossen, da auch dort die hohen Haltungsansprüche von Delfinen nicht umgesetzt werden können. Ebenso wurden in England sämtliche Delfinarien geschlossen. Es ist folgerichtig, die Einfuhr der Tiere auch in Deutschland zu verbieten und die Haltung von Delfinen an den Nachweis artgerechter baulicher Anlagen zu binden.“

48 Comment

  1. Nadine says: Antworten

    Einfach nur peinlich.Erwachsene Menschen vesuchen sich mit Fachwissen gegenseitig auszustechen.Für mich ist es ganz einfach:Der Delfin ist ein Meeressäuger, kein Poolsäuger und kein Ich-stups-den-Ball-Säuger.Der Name Meeressäuger verrät, wo das Tier hingehört und wenn ich dieses Fachgequatsche schon höre, wird mir übel.Keiner von den hir anwesenden war je ein Delfin und kann sich erlauben, zu erzählen, dass ein Delfin sich im Delfinarium wohlfühlt.Sie sollen Geld einbringen und fertig.Artenschutz? Lache mich tot!

  2. Horemheb says: Antworten

    Anmerkung: soweit habe ich mir die Kommentare durchgelesen und den Artikel. Sorry, aber genau das, was immer wieder vom Admin bemängelt wird, nämlich das Fehlen der Belege und so weiter ist doch das Vorgehen der Grünen?! Das ist doch genau das, was mir persönlich immer wieder auffällt, das sie Vorschläge machen, die nicht realisierbar sind und veraltete Daten und Fakten nennen. Andererseits:Wer sich wirklich auskennt, braucht sich nicht die Mühe machen, all die Daten und Fakten zu zitieren und die Quellen zu nennen. Sie sind jedermann zugänglich. Der Zustand unserer Meere und die lauernden Gefahren für die Tiere durch den Menschen sind Fakt und Beweis genug. Sichere Buchten ? Leider gibt es die nicht! Wenn die geschaffen sind und unsere Meere weniger Öl auf dem Wasserspiegel, weniger Müll darunter und es weltweite Gesetze gegen den Fang gibt, dann kann man so blauäugige Wünsche äußern, wie Delphinarien zu schließen, die leider wichtig sind um Aufklärungsarbeit leisten zu können. Lieber Admin, sie können dies auch gerne Löschen, falls sie nicht damit umgehen können, dass es auch andere Meinungen gibt. Das wirkt, als würden sie wild um sich schlagen, weil Ihr Werk und Weltbild wankt, kleine Kinder tun das auch so….
    Vorschlag: fragen Sie die Delphine nach den Fakten – in Duisburg haben sie sich in den letzten Jahren gut vermehrt und lassen sich auch gerne zwischen den Vorstellungen besuchen. Wildfänge brauchen sie dort gar nicht! Beobachten sie die Sie wundervollen Wesen beim Spiel, beim Schwimmen, mehrere Tage einige Stunden, dann diskutieren sie weiter.

    1. also erstmal zur Klarstellung: das hier ist kein Forum sondern ein Blog, mein Blog um genau zu sein. Ich habe gebeten für die Vorwürfe gegen einzelne DiskussionsteilnehmerInnen entweder Belege zu erbringen oder die Beiträge zu löschen. Die sind bisher nicht eingegagen. Für meine PM und meine Haltung habe ich bereits auf die für mich ausschlaggebenden Studien verwiesen. Der Antrag im Deutschen Bundestag ist mit den Erkenntnissen einer konkreten Studie begründet. Bisher habe ich dazu nichts Inhaltliches gehört, nur Diffarmierungen gegen den Autor, weil er neben der Biologie noch eine andere Profession verfolgt. Es geht hier um die artgerechte Haltung, die im bestehenden Delfinarium in Duisburg, um das geht es, von renommierten WissenschaftlerInnen in Frage gestellt wird. Dazu gibt es Gegenmeinungen, schön. Ich bin selber kein Biologe oder Zoologe, aber ich habe Wissenschaftsethik und Wissenschaftstheorie lernen dürfen und bin allergisch gegen polemische, unsachliche Diskussionen. Bisher habe ich keinen wissenschaftlichen Nachweis darüber lesen dürfen, weshalb die Haltung in Becken dieser Größe und nur unter dem Einsatz von Psychopharmaka artgerecht sein soll. Dr. Brensing hat in seiner Stellungnahme konkrete Mindestanforderungen formuliert, diese können in Duisburg wahrscheinlich nicht umgesetzt werden kann.

    2. Horemheb says: Antworten

      P.S.: Artgerechte Haltung, denke ich, gibt es nirgends. Dafür hat Mensch gesorgt. Selbst das Leben in freier Natur ist nicht mehr Artgerecht, dank dem Menschen, der sich selbst ja auch denaturalisiert hat und vor Grauen aufschreit, ist einmal eine kleine Spinne in seinem Wohnkasterl. Die Bienen haben wir ja bald geschafft, und taucht dennoch einmal eine auf dem Kuchentellerchen von Madame oder Monsieur Gartenbesitzer auf, die angenehm speisen möchte, erschlägt sie/er sie panisch, denn sie/er hält sie für eine Wespe. Delphinarien und Zoos generell sind m.E. zu Einrichtuingen geworden, in denen der Mensch versucht, den Schaden, den er im vergangenen Jahrhundert angerichtet hat, zu begrenzen. Ohne Zoos wäre so manches Tier inzwischen vom Erdboden verschwunden. Da der Auftrag der Zoos früher nicht der Erhalt von Arten war, sondern deren Zurschaustellung und Unterhaltung der Menschen und man nicht wirklich viel über die Tiere wusstze (man betrachtete noch mehr als heute die Tiere aus der Perspektive der „Krönung der Schöpfung“), gibt es in alten Zoos noch immer Relikte aus dieser Zeit, in denen Tiere leben, bis ihnen vom Zoo ein schöneres Refugium gestellt werden kann. Diese Umbauten brauchen Zeit und Geld. Anstatt herumzumäkeln sollte man den Zoos hierbei Unterstützung bieten und ihnen helfen, den Tieren eine so gute Umgebung wie möglich zu schaffen.

      1. bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass „artgerechte Haltung“ kein relativer Begriff ist, in den jede/r etwas hineininterpretieren kann, was er oder sie gerade so denkt sondern das es feste Normen für die Haltung gibt. Mir ist bewusst, dass es aus der Tierrechtsperspektive Kritik an diesem Begriff gibt, die so ähnlich ist, wie die in Ihrem Beitrag formulierte. Diese mache ich mir jedoch nicht zu eigen, weil ich sie aufgrund ihrer Konsequenzen nicht teile. Sie können mir jedoch sehr enrsthaft abnehmen, dass ich politisch aktiv geworden bin, um unsere Natur zu schützen und unser Naturerbe zu bewahren. Dies im übrigen aus meiner christlichen Überzeugung heraus.

  3. Mia LAck says: Antworten

    Um die Diskussion hier mal zu unterbrechen, ich hab da einen tollen Bericht gefunden.
    Lesen und nachdenken 😉
    http://www.wdsf.eu/index.php/delfinarien-politik-aktuell

    1. Ich hab jetzt zweimal auf die Netiquette hingewiesen, was bei Ihnen offensichtlich keine Wirkung gehabt zu haben scheint. Deswegen habe ich Ihren letzten Kommentar als unangemessen zurückgewiesen, da er außer Diffarmierungen und Herabqualifizierung anderer DiskussionsteilnehmerInnen keinen inhaltlichen Beitrag lieferte. Ebenso wenig wie dieser hier. Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit Quellen, sonst werde ich Ihre Kommentare löschen.

  4. Guvana says: Antworten

    Wie Monika in ihrem Kommentar schon so schön erklärt hat, Delphine leben nicht in Flachgewässern sondern in Küstengewässern. Die ansässige Delphinpopulation in Peru, welche ich für 2 Jahre begleiten und erforschen durfte, leben in solchen Gewässern und diese weisen eine Wassertiefe von 100 m auf. In einer Tiefe von 4-5 m mit Aussicht auf Beton ein Leben lang dahinzuvegetieren bezeichne ich als tierquälerische Haltung, wen wundert’s, dass Antidepressiva & Co der ständige Begleiter dieser geschundenen Tiere sind. Delphine gehören dahin wo sie geboren werden und das ist nun mal das MEER. BORN FREE live FREE!

    1. In der Sarasota-Bucht leben die Delfine tatsächlich in seichten Gewässern. Die Tiere in Nürnberg und Duisburg vegetieren nicht dahin und sind auch nicht geschunden. Ihnen geht es nach meinen Beobachtungen sehr gut.
      Medikamente werden in der Zoo-Medizin eingesetzt, wenn es notwendig ist. Ich glaube, da kennen sich die Tierärzte am besten mit aus.
      Konsequenterweise müssten Sie mit Ihrer Ansicht sämtliche Tierhaltung (in Zoos und zu Hause) verbieten. Das wäre konsequent. Alles andere ist für mich scheinheilig.

      1. A Graeflich says: Antworten

        Ihre Beobachtung, Ihr Finden, Ihr Meinen ist auf Grundlage welcher Qualifizierung eigentlich so viel qualifizierter und richtiger als das von Biologen, Tierärzten und Menschen mit jahrelanger Erfahrung im Umgang mit diesen Tieren (Brensing, Roth, OBarry)? Sie sprechen Experten ihr Wissen, Akademikern Ihre Ausbildung und anderen ihre Überzeugung ab. Sie verleugnen allseits bekannte Fakten (Medikamente wurden in Nürnberg nicht nur hin und wieder verabreicht), weichen ständig auf den Vergleich mit anderen Tierarten aus (um die es hier nicht geht), haben selbst ein Interesse am Fortbestand und eine (in meinen Augen falsch informierende) Website, für die sie hier werben. Argumente fehlen, Fakten mit Quellen fehlen, eben die ganze Basis. Ich finde sich wiederholende Behauptungen unbelegbarer Natur wirklich sehr ermüdend. Nehmem Sie sich vllt den Beitrag von Frau Laubach zum Vorbild, sachlich, logisch, überprüfbar, eben ein Diskussionsbeitrag.

        1. Ich hab jetzt zweimal auf die Netiquette hingewiesen, was bei Ihnen offensichtlich keine Wirkung gehabt zu haben scheint. Deswegen habe ich Ihren letzten Kommentar als unangemessen zurückgewiesen, da er außer Diffarmierungen und Herabqualifizierung anderer DiskussionsteilnehmerInnen keinen inhaltlichen Beitrag lieferte. Ebenso wenig wie dieser hier. Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit Quellen, sonst werde ich Ihre Kommentare löschen.

  5. Neuhaus Angie says: Antworten

    Eigentlich bin ich Euch Frau Gugeler und (NAME gelöscht) keine Rechenschaft schuldig. @ S Gugeler Ich kann mein Ziel verfolgen, ohne dass ich dauernd Frag und Antwortspiel spielen muss. Ich kenne Katharina Heyer persönlich, bin in stetigem Kontakt, da aber erst der Vorvertrag für das Dolphinsanctuary steht, ist es auch noch nicht an der Zeit, darüber zu berichten. Mehr muss ich ja jetzt wohl nicht dazu sagen. Zudem gibt es noch andere solche Vorrichtungen. Wenn Ihr das genau durchlest, dann erübrigen sich Kommentare wie: die Tiere sich selbst zu überlassen http://www.dolphinsanctuary.org/de/realisierung.html

    1. Angie Neuhaus: Die Entwicklung des von Ihnen erwähnten Dolphin Sanctuary in der Bucht von Tanger beobachte ich bereits seit ca. 10 Jahren … Bis heute ist nichts daraus geworden.
      Ich hoffe nicht, dass es sich bei diesem Vorhaben um ein von Merlin Entertainment finanziertes Projekt handelt, von dem Dr. Karsten Brensing (WDC/München) in seine Erstlingswerk „Persönlichkeitsrechte für Tiere“ schreibt. Zu Merlin gehören die Sea Lifes, in denen viele Tausend Meerestiere gefangen gehalten werden … Sogar Haie, die normalerweise große Tagesstrecken zurücklegen, werden dort ausgestellt. Das wäre doch Scheinheiligkeit pur, oder?
      Mag sein, dass es sich um unterschiedliche Projekte handelt. Ich glaube jedoch nicht, dass man in so einer angedachten, von Menschen betreuten Bucht ohne Vorstellungen für die zahlenden Gäste auskommen wird, zumal Delfine aus Delfinarien ganz wild darauf sind, Kunststücke vorzuführen (siehe dazu auch meinen aktuellen Beitrag über die Delfine von Adelaide/Süd-Australien).
      Es gibt viele Delfinarien auf der Welt, in denen die Tiere furchtbar gehalten werden. Für diese Delfine würde ich mir tatsächlich ein besseres Umfeld wünschen (und auch unterstützen). Doch die Großen Tümmler von Nürnberg und Duisburg haben in solch einer Fantasie-Bucht ganz bestimmt nichts verloren …

      1. Neuhaus Angie says: Antworten

        Sehen Sie irgendwo der Name :Merlin Entertainment?? firmm ist ein Schweizer Stiftung und das Geld kommt von serösen Geschäftsleute aus der Schweiz und vielen Privat-Spendern. Katharina hat es nicht nötig, mit anderen zusammen zu arbeiten. Tatsächlich sind sie nicht auf zahlende Gäste für Show’s angewiesen. Ein Schulprofessor aus Deutschland hat an der letzten Tagung gesprochen, viele Jugendliche und auch Schulkinder machen dort Wochenseminare, um über die Meeressäuger viel zu erfahren. (Ohne Show) . Und stellen Sie sich vor es, gibt tatsächlich noch tausende von Tierfreunden, die Delfine nicht als Zirkusclown’s sehen wollen. Katharina ist dement GEGEN Delfinarien und sie steht zu ihrem Wort.

  6. Frank Riefenstahl says: Antworten

    Ich verfolge die Kampagnen zur Schliessung der beiden letzten in Deutschland verbliebenen Delfinarien und Abschaffung der Delfin-Gefangenschaft-Haltung.

    Dabei fällt mir doch immer wieder eine sogenannte „Meeresakrobatin“ auf, mit bürgerlichem Namen Susanne Gugeler, die sich vehement für die Weiterführung der Delfin-Gefangenschaft-Haltung einsetzt.

    Ihre Agumentationskette wiederholt sich langweilend in diversen Kommentaren und auf Facebook-Seiten. Es scheint sich um die einzig „aktive“ Delfinarienbefürworterin zu handeln, was an sich vernachlässigbar wäre.

    Mir drängen sich Fragen nach den Hintergründen ihres neurotischen Handelns auf.
    Soviel Ignoranz gegenüber wissenschaftlichen und tierrechtlichen Erkenntnissen ist mir bisher noch nicht begegnet.

    1. Herr Riefenstahl, ich finde es nicht o.k., mir ein „neurotisches Handeln“ zu unterstellen. Sind Sie Mediziner? Kennen Sie mich? (Herr Abel, hier wären Sie übrigens als Moderator dieses Blogs dringend gefordert, dafür zu sorgen, dass es keine Entgleisungen dieser Art gibt.)
      Ich setze mich keineswegs allgemein für Delfinarien ein. Das müssten Sie als Besucher meiner Website doch schon gemerkt haben. Mir geht es ausschließlich um die beiden Zoo-Einrichtungen in Nürnberg und in Duisburg. Und da meine ich, dass diese beiden Delfinarien vorbildlich geführt werden, was weitere Optimierungen nicht ausschließt.
      Selbstverständlich sind mir die hohen Todeszahlen aus der Anfangszeit der deutschen Delfinarien bewusst. Aber die gab es leider auch bei allen anderen Tierarten. (Bei den Delfinen im Speziellen kommt außerdem noch eine relativ hohe Säuglingssterblichkeit hinzu, die sowohl in Delfinarien als auch im Freiland beobachtet wird.)
      Ich finde, wir sollten uns auf das Jetzt konzentrieren. Und das Jetzt bedeutet: Sieben von neun Großen Tümmlern in Duisburg sind reine Ruhrpottler. Seit über 20 Jahren kommt man in Deutschland ohne Wildfänge aus und in beiden Einrichtungen arbeiten bereits jahrzehntelang Delfin-Experten mit den Tieren, die durch ihre Erfahrung und ihr ständiges Lernen im Umgang mit den Tieren das Bestmögliche für die Delfine tun.

      1. Sehr geehrte Frau Gugeler, ich hatte aufgrund dieser Entgleisung auf die Netiquette hingewiesen und bitte nach wie vor alle daran sich zu unterhalten. Außerdem lasse ich mir auf meiner eigenen Seite nur sehr ungern sagen, wann ich einzugreifen habe 🙂

  7. Frank Riefenstahl says: Antworten

    Ich verfolge die Kampagnen zur Schliessung der beiden letzten in Deutschland verbliebenen Delfinarien und Abschaffung der Delfin-Gefangenschaft-Haltung.

    Dabei fällt mir doch immer wieder eine sogenannte „Meeresakrobatin“ auf, mit bürgerlichem Namen Susanne Gugeler, die sich vehement für die Weiterführung der Delfin-Gefangenschaft-Haltung einsetzt.

    Ihre Agumentationskette wiederholt sich langweilend in diversen Kommentaren und auf Facebook-Seiten. Es scheint sich um die einzig „aktive“ Delfinarienbefürworterin zu handeln, was an sich vernachlässigbar wäre.

    Mir drängen sich Fragen nach den Hintergründen ihres neurotischen Handelns auf.
    Soviel Ignoranz gegenüber wissenschaftlichen und tierechtlichen Erkenntnissen ist mir bisher noch nicht begenet.

    1. Netiquette beachten!

  8. Monika Laubach says: Antworten

    Es ist schlimm, wenn über den frühzeitigen Tod von Delphinen so hinweggegangen wird, wie Du Britta es tust.

    Du fragst allen Ernstes, warum der Zoo Rechenschaft ablegen muss. Das kann ich Dir sagen: Der Zoo als juristische Person des Privatrechts, die öffentliche Umweltdienstleistungen erbringt und der Kontrolle der Gemeinde unterliegt, ist verpflichtet, Rechenschaft über „seine“ Delphine abzugeben. Er ist auskunftspflichtig.
    Du fragst weiter, wieso keine Listen über andere Tierarten geführt würden. Du unterstellst hier unwissend, dass es keine Listen über die Todesfälle von anderen Tierarten gibt. Insbesondere EndZOO-Deutschland bemüht sich fortwährend um entsprechende Informationen, aber es ist schwierig an die Daten zu kommen, weil die Zoos Auskünfte verweigern.

    Irgendjemand hier hat geschrieben, dass Delphinariengegner immer wieder den großen Bewegungsdrang der Delphine ansprechen würden und dass die Delphine, die in Delphinarien gefangen gehalten werden, nicht dem offenen Meer entstammen würden, sondern lediglich in den Küstengebieten leben würden. Jeder, der schon einmal in Küstengebieten geschnorchelt oder sogar getaucht ist, weiß, wie tief es dort wirklich ist. Ein Delphinarium ist ungefähr 4m tief. In Parlanca,(Mexikos Karibikseite, unweit von Cosumel) gibt es beispielsweise Tauchtiefen von 6-37m. (http://www.divers-travel-guide.com/touristik/reiselaender/nordamerika/mexiko/tauchen-mexiko.html) Aus diesem Gebiet sollen einige, der früher in Duisburg gefangen gehaltenen, Delphine stammen. Auch das San Franzisko Tauchgebiet im Parque Marino Nacional Arrecifes de Cozumel wartet mit Tauchtiefen von mindestens 37m auf und ist ein beliebtes Fanggebiet. Ich könnte noch viele Beispiele bringen, entscheidend ist, dass die Delphine in Regionen leben, in denen sie sehr tief tauchen können. Eine artgerechte Unterbringung in Delphinarien ist daher nicht möglich.

    1. Monika Laubach: Es ist nicht sehr hilfreich, in dieser Diskussion über Wildfänge zu reden (Sie sprechen über Fanggebiete). In Deutschland gibt es seit über 20 Jahren keinen Wildfang mehr. Die meisten Delfine, die in Nürnberg oder Duisburg gehalten werden, sind Nachzuchten, einige sogar in der zweiten Generation.
      Ich glaube, die Delfine kommen ganz gut mit der ihnen zur Verfügung gestellten Tauchtiefe zurecht. So wie andere Tiere mit dem eingeschränkten Lebensraum in einem Zoo oder in einer Wohnung zurechtkommen. Ein Zoo ist kein Abbild des natürlich Lebensraums. Das kann er keinem einzigen Tier bieten. Doch viele Tiere sind sehr anpassungsfähig (vor allem Große Tümmler gehören dazu). Sie kommen deshalb in ihrem etwas anderen Zuhause und unter menschlicher Obhut ganz gut zurecht.

      1. Thomas Richter says: Antworten

        Die Delfine sind anpassungsfähig?? Bei Ihren Kommentaren bleibt einem ja echt die Spucke weg. Man darf auch gar nicht darauf weiter eingehen, aus Respet dem Besitzer dieses Blogs gegenüber, und den Richtlinien seiner Etiquette welche man zu akzeptieren hat.

        Nochmal, bei Ihren Kommentaren….echt, ohne Worte.

  9. Monika Laubach says: Antworten

    Ich habe die Anhörung von Experten zum Antrag der Grünen „Haltung von Delphinen in Delphinarien beenden“ vor dem Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verfolgt und möchte folgendes hinzufügen.

    Ich habe die Ergebnisse einer mühsamen Recherche zusammen getragen. Es ist zu betonen, dass in der Aufstellung nicht alle toten Delphine aufgeführt sein werden, weil die Duisburger Zoo AG seit dem Jahr 1996 keine Haltungsdaten mehr veröffentlich hat. Die Chroniken reichen nur bis zum Jahr 1995, weil der Zoo keine weiteren Chroniken (mit Tierbeständen) veröffentlichte, obwohl es sich um Daten handelt, die unter das Umweltinformationsgesetz NRW fallen. Wieso die Zoo Duisburg AG keine Zahlen und Fakten nennt, ist begreiflich angesicht der vielen viel zu früh gestorbenen Cetacea.

    Sie finden die Recherche hier:
    http://de.scribd.com/doc/137865616/Zoo-Duisburg-Was-die-Zoo-Duisburg-AG-gerne-verheimlichen-mochte
    und die dazugehörige Tabelle finden Sie hier:
    http://de.scribd.com/doc/138012638/Zoo-Duisburg-Recherchetabelle

    Das Ergebnis war erschreckend:
    Demnach gab es im Zoo Duisburg:
    33 Große Tümmler
    17 Jakobita-Delfine
    5 Toninas
    3 Schweinswale
    2 Beluga-Wale
    2 Sotalia-Delfine
    ________________
    61 Wale und Delphine, die belegbar in Duisburg verstorben sind.

    Von den 61 gestorbenen Cetacea verstarben 57 Individuen frühzeitig, d. h. vor dem 25 Lebensjahr. Das sind 93% aller Cetacea, die in Duisburg verstorben sind. Nur 4 der verstorbenen Cetacea wurden über 25 Jahre alt. 42, der insgesamt 61 Wale und Delphine, waren Wildfänge, das sind 69% aller verstorbenen Cetacea!
    Von den insgesamt 75 Cetacea, die im Zoo Duisburg gefangen gehalten wurden (ich vermeide hier bewusst das Wort „lebten“) wurden 3 Delphine (darunter Mia) ausgetauscht und 2 Cetacea nach Sea World San Diego abgegeben. Ferdinand, der ein zigste männliche Weißwal wurde 2004 gemeinsam mit Yogy nach San Diego gegeben. Yogy verstarb übrigens einen Monat nach seinem Transport in die USA. Weil er so kurz nach seinem Abtransport verstorben ist, habe ich ihn in die Liste, der in Duisburg verstorbenen Cetacea, aufgenommen.
    Betrachtet man nur die Großen Tümmler kommt man auf ähnliche Ergebnisse. Insgesamt hielt der Zoo Duisburg 42 Große Tümmler, davon verstarben 33 Große Tümmler, das sind 83 %. 14 der 33 verstorbenen Großen Tümmlern waren Wildfänge (42%) und 19 waren Nachzuchten (58%). Nur drei Große Tümmler von den 42 Großen Tümmlern aus Duisburg sind nicht frühzeitig verstorben (wurden älter als 25). Ein Delphin, dessen Name noch unbekannt ist, verstarb 36 jährig im Jahr 2005. Ivo ist ca. 34 Jahre alt und Pepina ist ca. 32 Jahre alt. Das sind nur 7 %. 93% aller Großen Tümmler verstarben früher als ihre Artgenossen in der freien Natur.

    Soviel zu meiner Recherche, aber die Situation in Nürnberg ist ähnlich. Von den insgesamt 23 Geburten haben nur 4 Delphine überlebt, 19 Individuen sind verstorben. Das bedeutet, dass 83% aller Delphingeburten innerhalb kürzester Zeit verstarben (Frank Albrecht: „Was Sie schon immer nicht wissen wollten“) http://animal-public.de/wp-content/uploads/2008/08/delphinarium-tiergarten.pdf

    Diese hohen Todesraten in Delphinarien zeigen, dass die Haltung von Delphinen in Delphinarien nicht artgerecht sein kann. Zwar wird von der Zooseite behauptet, es lägen keine Indizien für Stressanzeichen vor, denn Cortisoluntersuchungen hätten völlig normale Werte gezeigt, aber dies ist auch nicht verwunderlich bei der hohen Medikation von Diazepam.

    Wer die Experten, die in dem Ausschuss angehört wurden, eingeladen hat, der wollte ein vorhersehbares Ergebnis, anders ist es nicht zu erklären, warum Lobbyisten die Chance hatten, ihre Lügen zu verbreiten. Neben drei Alibiexperten von unabhängigen Tierschutzorganisationen wurden 4 Vertreter der Delphinarien-industrie geladen. Diese 4 Zooprofiteure repräsentieren die Zooseite und sind daher nicht unabhängig. Warum hat der Ausschuss neben unabhängigen Tierschutzorganisationen keine unabhängigen Experten angehört? Die Antwort liegt auf der Hand.
    Unter anderem wurden den geladenen Experten die Frage gestellt, wie der Bildungsauftrag zum ThemaMeeressäuger/aquatische Ökosysteme ohne Delfinarien erfüllt werden kann. Der dringende Schutz aller Meeresbewohner kann NUR über Informationen zu den Tieren aus ihren natürlichen Lebensräumen heraus erfolgen. Haben sich die Delphine als ´Botschafter` für den Erhalt der Meere freiwillig gemeldet? Sie sind vielmehr gefangen worden und man drückt ihnen, aus klar kommerziellen Gründen, diesen Stempel auf.
    Statt fühlende Lebewesen leiden zu lassen, kann jedes deutsche Delphinarium einen Multimediabereich über Delphine einrichten. Hier können den Besuchern in Filmen gezeigt werden, welchen Spaß die Delphine in freier Wildbahn haben. Besonders beeindruckend für Kinder sind hierbei 3 D Filme, die ebenfalls zum Einsatz kommen können. Daneben können die beiden verbliebenen Delphinarien die verschiedenen Cetacea als naturgetreue Wachsmodelle (ähnlich wie bei Madame Tussauds) von Künstlern schaffen lassen. Kinder und interessierte Erwachsene können so bis auf wenige Zentimeter an die Objekte heran kommen und die ´Fühlmodelle` eines Delphins, eines Orcas, eines Buckelwals, eines Blauwals, eines Weißwals eines Schweinswals etc. in Naturgröße sogar ertasten. An solchen Modellen können sie die Cetacea im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Was glauben Sie, was das für Besuchermagneten wären? Das gleiche könnte übrigens auch bei allen anderen Wildtieren gemacht werden. So bekäme jeder Besucher die Möglichkeit direkt in die Augen eines Tigers, Elefanten, Orang-Utans etc. zu schauen. Wenn dazu noch Informationsfilme über die Bedrohung der einzelnen Tierarten angeboten würden, dann würden die Zoos wirklich einen Bildungsauftrag nachkommen, ohne auch nur das kleinste Tierleid zu verursachen. Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal, dass sowohl der Stadt Duisburg als auch Nürnberg gut täte. Dies würde in der Unterhaltung wesentlich günstiger und die z.Zt. überschuldeten Städte würden entlastet. Zudem käme dies auch einmal Künstlern zugute.
    Delfinarien dienen dem reinen Kommerz; Sie entstammen Zeiten, in denen es noch nicht verpönt war, Tiere für die Unterhaltung von Menschen auszunutzen und hierfür sogar Tierquälerei in Kauf zu nehmen, ähnlich der damaligen Sklaverei von Menschen mit schwarzer Hautfarbe. Daher sind die Delfinarien (jegliche Art von Anlagen in denen Delfine gefangen gehalten werden) abzuschaffen und die Delfine, die dazu in der Lage sind, auszuwildern.
    Im Mittelmeer läuft derzeit ein Auswilderungsprojekt von Born Free, einer britischen Tierschutzorganisation bei dem Tom und Mischa (beides Wildfänge) wieder ausgewildert wurden, obwohl sie ca. 7 Jahre in Gefangenschaft untergebracht waren. Beide wurden mit Sendern versehen und intensiv beobachtet. Nach einem Jahr kann nun von zwei erfolgreichen Auswilderungen gesprochen werden.
    Weitere Informationen über Auswilderungen erhalten Sie hier: http://www.rockisland.com/~orcasurv/releases.htm

    Für Delfine, die hierzu nicht mehr fähig sind, ist eine Lösung zu finden, die soweit wie möglich eine artgerechte Unterbringung bewirkt. Zuerst einmal ist jegliche Züchtung einzustellen und die Tiere, die nicht rehabilitiert werden können sind zu sterilisieren, um weitere unfreie Opfer zu verhindern. Dann sind ganze Meeresbuchten vom offenen Meer abzutrennen. Die Buchten müssten groß genug sein, damit bei Sturm kein Tier in Gefahr gerät gegen Klippen geschleudert zu werden und wegen der Ausscheidungen keine Kloaken entstehen. Fachpersonal ist einzustellen, die die Delphine betreuen, füttern und ggf. für tierärztliche Hilfe sorgen. So können die geschundenen Tiere gemeinsam einen einigermaßen artgerechten Lebensabend in natürlichem Seewasser mit lebenden Fischen, mit der vielfältigen Unterwasserwelt, der Sonne und dem Wind verbringen, anstatt Plastikspielzeug, tägliche Shows, lautes Publikum, erzwungenen Kontakt mit Menschen und Betonwände. Diese Buchten sollten für die breite Masse nicht zugänglich sein (auch nicht von der Meeresseite). Ohne Anmeldung müssten jedoch jederzeit unabhängige Inspekteure zugelassen werden. Vertreter von NGO’s dürften nach Terminabsprache in die Bucht. Ihnen müsste ebenso (wie den Inspekteuren), nach Wunsch, Einsicht in die Akten gewährt werden. Es dürften keinerlei kommerzielle Angebote durchgeführt werden (wie beispielsweise DAT, Schwimmen und Tauchen mit Delphinen). Das Berühren von Delphinen müsste Besuchern strengstens untersagt sein. Lärm (wie z.B. Schiffslärm oder die Geräusche von Jetskis oder Musik müssten in einem Umkreis von … (hier ist ein unabhängiger Biologe zu befragen) verboten sein. Das Ablassen giftiger Stoffe z.B. Öl, Benzin oder Diesel, Schwermetalle oder Dünger ist ebenso strengstens zu untersagen. Es sollten Kameras aufgestellt werden, damit Interessierte im Internet die Geschehen in den Buchten verfolgen können.

    Der Staat Deutschland müsste die Delfine den Eigentümern enteignen, wenn die Tiere nicht freiwillig herausgegeben werden. Auch andere Staaten können diesem Schritt folgen und ‚ihre‘ großen Tümmler in die Bucht bringen. Die Kosten sind dann aufzusplittern (so zahlen die Staaten weniger, in denen weniger Delfine gequält wurden).

    Die Hälfte aller Unterbringungskosten sollte der jeweilige Staat tragen. 25% der übrigen monatlichen Kosten müsste der ehemalige Betreiber des Delphinariums tragen, denn er ist es, der bis dato an der Tierquälerei verdient hat. Die restlichen 25% könnten über Spenden und Patenschaften ausgeglichen werden (in diesem Fall müsste es auch Paten erlaubt sein, die Delfine zu besuchen und Auskunft über das Befinden zu erhalten). Sollten diese 25% nicht durch Spenden finanziert werden können, so hat der jeweilige Staat die Restfinanzierung zu übernehmen. Im Verlauf der Unterbringung kann das Fachpersonal sicher weitere Delphine als rehabilitationsfähig einstufen und die Auswilderungen in die Wege leiten. Die Kostenaufteilung für die Auswilderungen müssten ebenso aufgeteilt werden, wie bei der Unterbringung in den Relax-Buchten. Auftraggeber würde auch hier der jeweilige Staat sein.
    Es gibt bereits Anlagen, die Meeresbuchten abgetrennt haben wie z. B. das Dolphin Research Center in Grassy Key, Florida und das Dolphin Reef in Eilat, Israel. Diese könnten für die Übergangszeit genutzt werden, bis eigene Buchten abgetrennt werden können.
    Mit diesen Vorschlägen gewinnen alle Beteiligten: die Delphine werden endlich wieder artgerecht ‚behandelt,‘ die Zoos erhalten einen neuen großen Besuchersturm, der Staat sieht seinen Bildungsauftrag in Zoos verwirklicht, die Tierschützer erfreuen sich daran, dass es den ehemals gefangenen Delphinen nun wieder gut geht und werden zudem höchstwahrscheinlich ebenfalls Besucher der beiden Zoos, die die naturgetreu nachgemachten Cetaceamodelle ausstellen, erst recht, wenn diese Zoos das Angebot auch auf die anderen Wildtiere ausweiten.
    Nur ein Traum? Nein, die Zeit ist reif, endlich menschlich mit Tieren umzugehen!

    1. Monika Laubach: Auch in Ihrer Argumentationskette geht es wieder um Zahlen aus der Vergangenheit. Die „Bilanz“ anderer Zootiere fiele da nicht wesentlich anders aus.

      Viele der von ihnen aufgelisteten Zahnwal-Arten werden schon seit ganz langer Zeit nicht mehr in Duisburg gehalten. Sie finden dort ausschließlich neun Große Tümmler (von denen sieben Nachzuchten – teils in zweiter Generation – sind) und einen alten Amazonas-Flussdelfin, der noch aus der Gründungszeit des Delfinariums stammt (sein Artgenosse ist leider vor ca. 7 Jahren an Altersschwäche gestorben).
      Das Einfangen von Flussdelfinen war in den 1970er-Jahren aus tierschutzrechtlicher Sicht noch erlaubt. Heute ist es (zum Glück) verboten.

  10. Hans-Jürgen Klinckert says: Antworten

    J. Schwab und Achim Brix, Ich kann gar nicht glauben was ich hier von ihnen lese. Sicher würden sie solche Forderungen nicht stellen, wenn ihnen bewußt wäre, dass so etwas gar nicht erlaubt ist und was es für die betroffenen Tier wirklich bedeuten würde. Für die Auswilderung von Wildtieren hat die IUCN (Weltnaturschutzunion)Richtlinien erstellt, die genau
    festlegen, unter welchen Grundvoraussetzungen Wildtiere ausgewildert werden
    dürfen.
    Die Auswilderung wäre ein Verstoß gegen die international
    anerkannten Richtlinien der IUCN und ein Verstoß gegen die Intention des
    Artenschutzes.
    Die Richtlinien wurden erstellt wegen der enormen Risiken einer unsachgemäßen
    Aussetzung für die ausgesetzten Tiere wie auch für die von der Aussetzung
    betroffenen Wildpopulationen.
    Diese sind allgemein und für Delphine im Besonderen:
    – Tiere, die über längere Zeit in menschlicher Obhut gelebt haben, können
    Träger von Keimen sein, gegen die sie sich im Laufe der Zeit und durch
    tiermedizinische Behandlung immunisieren konnten, die aber für wild lebende
    Artgenossen wegen fehlender Antikörper tödlich sein können. Kein Tier, das
    Träger nicht-endemischen oder ansteckender Pathogene ist, darf in ein
    Auswilderungsprogramm aufgenommen werden.
    – Jede Auswilderung muss als ein Langzeitprojekt konzipiert und finanziert sein.
    – Keine Auswilderung darf vorgenommen werden, um überschüssige Tiere in
    menschlicher Obhut loszuwerden.
    – Die Auswilderung muss immer einen wissenschaftlich begründeten positiven
    Einfluss auf die wild lebenden Populationen erzielen.
    Ausgesetzte Tiere, die in besetzte Reviere der betroffenen Art gelangen, werden
    entweder vertrieben oder getötet oder sie verdrängen selber ihre Artgenossen. Denn
    in der Regel sind Reviere so besetzt, dass die Kapazität des Gebiets erschöpft ist.
    Ausgesetzte Tiere, die in von Artgenossen unbesetzte Reviere gelangen, werden in
    der Regel dort auch suboptimale Lebensbedingungen antreffen und mit erhöhter
    Wahrscheinlichkeit verenden. Wenn es ein geeignetes Gebiet ist, müssen so viele
    Tiere ausgewildert werden, dass sich eine nachhaltige Population entwickeln kann
    und der Kontakt zu genetisch unverwandten Tieren sichergestellt ist.

    Fazit: Die Auswilderung verstößt gegen die Richtlinien der
    IUCN, schadet den wild lebenden Populationen und verstößt gegen das Tierschutzrecht.

    1. A Graeflich says: Antworten

      „Wenn es ein geeignetes Gebiet ist, müssen so viele
      Tiere ausgewildert werden, dass sich eine nachhaltige Population entwickeln kann und der Kontakt zu genetisch unverwandten Tieren sichergestellt ist.“ – Etwa so wie im Duisburger Zoo, wo alle großen Tümmler miteinander verwandt sind?

      Sagen Sie, sind Sie nicht Delfintrainer und arbeiten im Nürnberger Tiergarten?

  11. Vielen Dank für Ihre Beiträge,

    ich habe alles zugelassen, weise aber auf die Netiquette hin. Dazu gehört auch, der jeweils anderen Seite keine bösen Absichten zu unterstellen, wie z.B. vorzuwerfen Tiere vorsätzlich zu quälen. Argumente wie „ihr habt doch keine Ahnung“ weisen auf die Urheber selbst zurück und sind auch nicht respektvoll. Außerdem sind Großschrift und Ausrufezeichen unhöflich und nicht gerade Ausdruck rationaler Abgewogenheit…

  12. Britta says: Antworten

    Ich finde es bezeichnend, dass die meisten Delfinarien-Gegner keinerlei konkrete Fakten, Beispiele oder Vergleiche bieten können. Da wird einfach behauptet „Delfine sind freiheitsliebende Tiere“ oder “ sie sterben schneller als in der Wildbahn“ und wenn dann jemand wie Frau Gugeler konkrete Fakten und Zahlen nennt, wird dann einfach behauptet, sie wäre mit dem Tiergarten Nürnberg verbunden, was ja nicht stimmt, sie arbeitet nicht dort sondern besucht ihn lediglich. Wer die deutschen Delfinarien besucht, und sich selbst vor und hinter den Kulissen umschaut, sieht schnell wie gut es den Delfinen dort geht.

    Schließt man solch ein gutes Delfinarium, werden die Delfine abgegeben an andere Delfinarien, die damit mehr Tiere als vorher halten und diesen Tieren damit weniger Platz als vorher bieten können. Und das soll dann besser sein? Auswildern geht nicht, da die Tiere schon so lange an das Gefüttert werden gewöhnt sind, dass sie das Jagen verlernt oder nie erlernt haben.

    Da kennt jemand hier nichtmals das Alter, Geschlecht oder den Namen eines Delfins (Duisburgs Flussdelfin) geschweige denn seinen Charakter oder unter welchen Umständen er in den Zoo kam, aber er fordert dennoch dessen Auswilderung. Zum Flußdelfin: Er hat seit Jahren ein wunderschönes großes Becken, Flussdelfine sind Einzelgänger, sie benötigen von Natur aus keine Artgenossen, können sich also auch ohne wohlfühlen. Baby wird im Zoo viel beschäftigt und kann lebende Fische fangen. Er spielt auch viel mit den Baumblättern und Wurzeln die in sein Becken fallen/ragen und mit den lebenden Guppies und anderen kleinen Fischen die im Becken leben. Das sind natürliche „Spielsachen“ mit denen er auch im Amazonas spielen würde. Wieso also auswildern? Macht absolut keinen Sinn, zumal er beim Fang ein Säugling war und überhaupt nicht mehr wüsste wie man in der Wildnis überlebt. Dieses Tier nun einfach auszusetzen und sich der Verantwortung dafür zu entledigen, das wäre nun vom Zoo wirklich verantwortungslos. Ich ziehe doch auch nicht erst ein Haustier groß und halte es viele Jahre lang bei mir zuhause und dann setze ich es plötzlich aus und sag ihm „sieh zu wie du klarkommst.“ Wobei manche Menschen sowas ja leider tatsächlich tun. 🙁

    Zu den Todesfällen: Welche Überraschung! Duisburg hält Delfine und es sind Delfine dort gestorben! Sowas passiert bei Lebewesen nunmal, denn sie sind nicht unsterblich! Auch in der Wildbahn sterben Delfine. Wieviele Delfine sind wohl von 1965 bis jetzt in den Weltmeeren gestorben? Warum führt darüber niemand Listen? Sterben ist natürlich, im Zoo, in der Wildbahn, ob es nun um Zebras geht oder um Delfine…
    Wieso führt hier keiner Listen von den gestorbenen Wisenten, Kudus, Elefanten oder Affen in Zoos? Wieso muss der Zoo Rechenschaft ablegen über alle gestorbenen Delfine? Und wieso nicht über alle anderen Tierarten genauso? Das ist inkonsequenter Blödsinn. Wenn es hier um Intelligenz geht, müsste man solche Listen und Nachweise auch für Menschenaffen, Elefanten, Schweine oder Graupapageien und Raben einfordern. Wenn es um das angebliche weite Schwimmen/Bewegen geht, müsste man solche Listen auch für Pinguine, Robben, Gnus oder andere wandernde Tiere wie Zugvögel einfordern. Wie der Storch fliegt in der Zoovoliere nicht soweit wie in der Wildbahn wo er von hier nach Afrika und zurück braucht??? Unglaublich! Tierquälerei! Alle Zoo-Störche sofort freilassen!! (merkt jemand den Irrsinn dieser Diskussion um die Freilassung der Zoo-Delfine?)

    1. A Graeflich says: Antworten

      „Wer die deutschen Delfinarien besucht, und sich selbst vor und hinter den Kulissen umschaut, sieht schnell wie gut es den Delfinen dort geht. “ – Wenn dies so wäre, dürften sich evtl alle hinter den Kulissen umsehen, da dies aber nicht so ist (dazu später) kommt man nicht hinter die Kulissen.

      „Schließt man solch ein gutes Delfinarium, werden die Delfine abgegeben an andere Delfinarien, die damit mehr Tiere als vorher halten und diesen Tieren damit weniger Platz als vorher bieten können. Und das soll dann besser sein?“ – Ja, denn man verringert die Nachfrage an Wildfängen (Nein, dass Zuchtprogramm kann den Bedarf an Delfinen nicht decken, da wesentlich mehr Delfine sterben als nachgezüchtet werden)

      Da kennt jemand hier nichtmals das Alter, Geschlecht oder den Namen eines Delfins (Duisburgs Flussdelfin) – gefangen 1974 im Rio Apure als einer von 5 Flussdelfinen, „Die Fangmethode zeigt, wieunmoralisch diese Menschen vorgingen: Zuerst wurde einDelphinmännchen gefangen und dann verließen sich die Tierquäler auf dieHilfsbereitschaft dieser sozialen Tiere. Die Liebe dieser Toninas wurdeausgenutzt. Sie banden dem Tier ein Handtuch um die Schwanzflosse undbefestigten es an einem Stock in der Mitte des Flusses. Dann wurde einNetz über den Fluss geworfen. Nun brauchten sie nur noch abzuwarten.Verständlicherweise stieß der verängstigte Delphin, per Ultraschall,Hilferufe aus und es dauerte nicht lange, bis der 1. Helfer auftauchte undmit Hilfe des Netzes eingefangen werden konnte. Insgesamt wurden so 5Delphine, darunter eine Mutter mit ihrem „karpfengroßen“ Baby und einAlbinoweibchen, das angeblich sehr alt war, gefangen. “
      Drei der gefangenen Flussdelfine starben kurze Zeit (bis 78) später, nur Vater und Baby überlebten. Außerdem sind nur männliche Flussdelfine Einzelgänger und bis 2006 musste Baby mit Vater zusammen leben, dass kann nach Ihrer Argumentation nun nicht mehr als artgerecht bezeichnet werden (wobei man in der Wissenschaft heute von verhaltensgerecht spricht)

      „Er hat seit Jahren ein wunderschönes großes Becken, …“ – Baby ist 1,80m, sein Becken 6,75m lang (3x seine Länge) , 5,45m breit (3x seine Länge) und 1,70 tief, (kein Tauchen möglich) praktisch kleiner als mein Badezimmer.

      „Dieses Tier nun einfach auszusetzen und sich der Verantwortung dafür zu entledigen, das wäre nun vom Zoo wirklich verantwortungslos.“ – zB Tom und Misha wurden erst 2012 in der Türkei erfolgreich und verantwortungsvoll ausgewildert, es gibt viele weitere Beispiele.

      „Ich ziehe doch auch nicht erst ein Haustier groß “ – Bitte lesen Sie einmal den Unterschied zwischen domestizierten und wilden Tieren nach.

      „Zu den Todesfällen: Welche Überraschung! Duisburg hält Delfine und es sind Delfine dort gestorben! “ – Genauer: 31 große Tümmler, 4 Flussdelfine, 2 Belugas, 2 Sotalia Delfine, 16 +1 Commerson Delfine, 3 Schweinswale

      Das sind 61 verstorbende Cetacean, 93 % verstarben vor dem 25.Lebensjahr, 69% davon waren Wildfänge (wo die Zucht doch sooo nachhaltig ist)

      Dies alles und noch viel mehr können Sie bei Interesse in der Recherche von Monika Laubach oder auf der Seite der Peta nachlesen.

      „Wieso muss der Zoo Rechenschaft ablegen über alle gestorbenen Delfine?“ weil der dem Umweltinformationsgesetz unterliegt, ganz einfach.

      „merkt jemand den Irrsinn dieser Diskussion um die Freilassung der Zoo-Delfine?“ – Nur hier.

    2. Mia LAck says: Antworten

      HAllo Britta,
      ich kann dir gerne Fakten auf dem Tisch legen, aber das würde den Rahmen hier sprengen.
      Delfine haben Familien wie, ich sag jetzt mal „du“ und ich, auch. Stell dir doch einfach vor, du reist mit deiner Familie durch die Welt, zu Fuß natürlich und weil ihr frische Erdbeeren so mögt, reist ihr immer dahin, wo gerade Saison ist. Und irgendwann kommen, sagen wir mal Kamele zu euch, reiße eure Familien auseinander, deine Tochter und dein Sohn kommen in den Zoo, weil sie so hübsch sind und du, weil du Narben hast, wirst geschlachtet und der Rest deiner Familie auch…. Und deine Kinder müssen zuschauen.
      Dem nicht genug und dann auch noch außerhalb deiner Reichweite müssen deine Kinder dann lernen gefrorene Erdbeeren zu essen, die mit Medikamenten vollgestopft sind, gegen Depressionen und Krankheiten, die sie in Freiheit niemals bekommen würden. Sie werden „Zwangsdehydriert“ und lernen dann als nächstes, dass man nur Erdbeeren bekommt, wenn man Kunststückchen macht.
      Und da das noch nicht genug ist, sperrt man diese in ein viel zu kleines Zimmer…
      DAS ist das was sie mit den Delphinen machen. Leider kann ich mir auch gut vorstellen, was du jetzt denkst: „Das sind doch nur Tiere“
      Ja, es sind Tiere, aber die Evolution hat sich damals schon Gedanken gemacht, warum es so viele verschiedene Arten gibt, was die Evolution wohl eher nicht bedacht hat, dass es eine Spezies geben wird, die meint, sie sei die Krone der Schöpfung. Es sind nicht NUR Tiere, sie haben genauso wie alle Tiere auch das Recht auf Freiheit das Recht darauf, dass ihr Lebensraum nicht verschmutzt und zerstört wird.
      Wir sind nicht die Krone der Schöpfung, wir müssen uns nicht alles unterwerfen, wir müssen nicht alles haben….
      Zu den Todesfällen… Schon klar sterben Delfine in der Natur auch, schauen wir mal woran man in der Natur so sterben kann: da gibt es NATÜRLICHE Feinde, das Alter, Krankheiten… dann gibt es Schleppnetze und anderes Gedöns was wir so brauchen damit wir den Ozean leer fischen können, dann gibt es Schiffe mit ihren Schiffschrauben, dann gibt es Müll (Plastik und Co.), Ölverschmutzungen, Strandungen… Ja, sowas alles und wenn man genauer hinschaut, sind die meisten Ursachen widernatürlich. Oder sehe ich das falsch?
      Der Großteil dieser Todesursachen ist von Menschenhand und da sind wir wieder bei der Frage, ob man eine Tierart schützen muss, nur weil der Mensch die Welt an sich reissen möchte oder ob der Mensch einfach man seine Ansprüche zurückschrauben sollte??!!
      UND liebe Britta, es gibt solche Listen auch für alle anderen Tierarten, wenn du dich so gut auskennst, dann wüsstest du das 🙂
      Etwas möchte ich noch abschließend zu ALLEN Zoos sagen, sie gehören geschlossen, ABER es gibt durchaus noch Sinnvolle Zoos und zwar die, die sich aus aussterbende Tierarten beschränken. So ist mehr Platz und auch mehr Sinn. Ein Zoo hat einen Bildungsauftrag… ich frage mich nur welchen, wenn immer mehr Schulen darauf verzichten, einen Zoo zu besuchen und vor allem spiegelt das Verhalten der Tiere in Zoos nicht mal mehr im Ansatz das Verhalten der Tiere in freier Wildbahn wieder.
      Gerne reiche ich Fakten nach, wenn dir diese Aussagen nicht reichen!

  13. A Graeflich says: Antworten

    Liebe Frau Gugeler,

    bitte erwähnen Sie in Ihren Pro-Delfinarien-Beiträgen bitte, dass Sie enge Verbindungen zum Delfinarium in Nürnberg haben, nicht wahr…. <sicherlich kann dann die Neutralität und das kommerzielle Interesse Ihrerseits besser von den Lesern eingeschätzt werden.

    Ihren unsinnigen Beitrag zur tierquälerischen Haltung in Meeresbuchten muss ich nun doch eben noch kommentieren: Wieso benötigen Delfine ein Beschäftigungsprogramm in freier Wildbahn? Können sie hier nicht wie andere wilde Delfine mit den Dingen spielen, die die Natur bietet? Sozial interagieren mit Artgenossen? Geradeaus schwimmen? Oder haben Sie etwas anderes über artgerechtes Verhalten von Delfinen in Freiheit gelernt – Bällchen spielen und Böötchen ziehen?

    1. Lieber Herr oder Frau (?) Graeflich!
      Wie definieren Sie (obwohl Sie mich überhaupt nicht kennen) meine „enge Verbindung“ zum Tiergarten Nürnberg? Das würde mich doch sehr interessieren. Ich zahle dort meinen Eintritt genauso wie Sie. Ich verbitte Ihnen außerdem, mir ein kommerzielles Interesse zu unterstellen! Das ist schlichtweg eine Lüge!
      Zum Punkt Bewegungsdrang in betreuten Meeresbuchten: Es geht nicht um die freie Wildbahn, auf die ich mich bezogen habe. Angie Neuhaus spricht von einer „betreuten“ Meeresbucht. Diese gibt es aber nicht. Wenn es diese gäbe, so müsste man die Delfine dort – genauso wie in einem Delfinarium oder wie in der israelischen Einrichtung in Eilat – beschäftigen. Denn die Bucht hat Grenzen genauso wie ein Delfinarium. Eine kleine Strecke geradeaus zu schwimmen, wird den Tieren nicht reichen. Warum sollten die Delfine nicht mit Bällen spiele? In der „fantasierten“ Meeresbucht wird es wohl kaum Kugelfische geben, die manche Delfine ganz gerne hin und her schubsen.
      Ich bitte Sie, Worte wie „unsinniger Beitrag“ in Zukunft zu vermeiden! Denn wie Herr Abel in seinem Kommentar bereits sagte, derartige Argumente „weisen auf die Urheber selbst zurück und sind auch nicht respektvoll“.

      1. A Graeflich says: Antworten

        Liebe Frau Gugeler,

        niemand aus Ihrem privaten Umfeld arbeitet für den Tiergarten Nürnberg? Sollte dies der Fall sein, entschuldigen Sie meine Vermutung der „engen Verbindung“, den Satz mit den kommerziellen Interessen bitte ich Sie noch einmal genau zu lesen, um anschließend festzustellen, dass es die Bedingung einer Unterstellung nicht erfüllt. (und – es heißt ich verbitte mir und verbiete Ihnen…wenn es inhaltlich denn möglich wäre)
        Eintritt zahle ich nicht. Auch das Meer hat Grenzen, sogar die Welt…… und gerne entspreche ich Ihrer Bitte und ersetze „unsinnigen Beitrag“ durch „in meinen Augen nicht fach-/sachgerecht und wenig zielführend.

        Ich bin ob der hohen Todesrate in Delfinarien und der Weigerung des Zoos die relevanten Daten entsprechend der richterlichen Empfehlung herauszugeben gegen Delfinhaltung.

  14. Tatjana Liastschenko says: Antworten

    Bitte an den Duisburger Zoo:
    Bitte hört auf weitere Delfine zu importieren oder selbst zu züchten. Das Is doch Tierquälerei und das wissen sie oder müssten sie nach dem heutigen Wissensstand wissen.sie gehören in den Ozean und nur da ist ihr Zuhause!!!

  15. Es ist unverantwortlich, diese hochentwickelten Tiere in Gefangenschaft zu halten, weil ihnen selbst die elementarsten Grundbedürfnisse vorenthalten werden: In freier Wildbahn leben Delfine in Gruppen von bis zu 100 Tieren zusammen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h, können bis zu 500 Meter tief tauchen und werden 10 Jahre älter als in Gefangenschaft.
    Auch die Nahrung in Gefangenschaft, nämlich toter Fisch, ist für Delfine nicht „natürlich“, denn in freier Wildbahn fressen Delfine nur lebende Fische, tote meiden sie. Delfine sind akustische Tiere; ihre Kommunikation und Orientierung im Raum erfolgt zum grossen Teil akustisch. Der akustische Ortungssinn ist in Gefangenschaft praktisch nutzlos und verkümmert.

    1. Hallo Antonietta!
      Delfin ist nicht gleich Delfin: In freier Natur halten sich die küstennah lebenden Delfine in seichten Gewässern auf und gehören nicht zu den wandernden Populationen. Auch schwimmen sie nicht ständig so schnell, wie Sie behaupten. Delfine „geben Gas“, wenn sie ihre Beute fangen wollen oder wenn sie vor Feinden fliehen. Auch ein Marathon-Läufer rast nicht ständig …
      Man muss also unbedingt Hochsee-Delfine und standort-treue Delfine unterscheiden. Beispiele für letztgenannte Populationen sind u.a. die Sarasota-, die Golfo-Aranci- oder die Adelaide-Delfine.
      Die ehemaligen Wildfänge stammen aus solchen küstennah lebenden Gruppen und nicht aus Hochsee-Populationen.
      Es ist nicht wahr, dass die Delfine in freier Wildbahn 10 Jahre älter werden als ihre Artgenossen in menschlicher Obhut. Als „Vergleichs-Delfine“ werden von Wissenschaftlern immer wieder die Delfine von Sarasota/Florida erwähnt. Und die werden keinesfalls älter als die in deutschen Delfinarien gehaltenen Tiere. Auch zählt man in freier Wildbahn nur die Delfine, die das erste Lebensjahr bereits überstanden haben. Sehr viele neugeborene Delfine werden gar nicht gesichtet, da sie nicht lebensfähig waren und gleich nach der Geburt auf den Meeresboden abgesunken sind.
      Antonietta, ich glaube, Sie wissen sehr wohl, dass es sich bei den meisten Todesfällen in deutschen Delfinarien eben um äußerst sensible neugeborene Tiere gehandelt hat, die auch in freier Wildbahn sehr oft nicht überleben. Gerade erst habe ich erfahren, dass bei den standort-treuen Großen Tümmlern von Adelaide/Australien das Muttertier Mouse bereits ihr zweites Baby verloren hat. Aber wie gesagt, in freier Wildbahn werden die neugeborenen Delfine gar nicht in die Überlebensstatistik aufgenommen, sie sind also auch nicht mit den Tieren im Delfinarium vergleichbar.
      Der akustische Sinn – also die Echoortung – verkümmert keineswegs in den Zoos. Sie wird lediglich weniger von den Tieren eingesetzt, da diese in den Einrichtungen ihre Beute nicht suchen müssen. Auch in freier Wildbahn setzen die Tiere ihr Sonarsystem nur ein, wenn sie auf Futtersuche sind oder wenn sie einen Gegenstand genauer inspizieren wollen. Letzteres machen die Großen Tümmler in den beiden deutschen Delfinarien sehr wohl.
      Toten Fisch fressen Delfine auch in freier Wildbahn. Sie „ernten“ gerne Angelschnüre ab, stibitzen sich Fische aus Fischfarmen und nehmen „Beifang-Reste“, die von Schiffen geworfen werden, an. Auch hier wird ein gedeckter Tisch nicht verschmäht.
      Gruß
      Susanne von den Meeresakrobaten

  16. Erst einmal zu J. Schwab: Dem Amazonas-Delfin geht es recht gut. In freier Wildbahn trifft man diese Art auch oft als Einzelgänger an. 2006 ist Apure an Altersschwäche gestorben (ja, auch Delfine sterben – leider). Seither kümmern sich die Tierpfleger rührend um Butu.

    Zu Herrn Abel. Die Todeszahlen beziehen sich auf die Vergangenheit. Warum erwähnen Sie nicht, dass von den 9 in Duisburg lebenden Großen Tümmlern bereits 7 Nachzuchten sind. 3 davon sogar bereits in zweiter Generation!!! Meiner Meinung nach ist diese Information sehr wichtig, da sie aufzeigt, dass man seit den Anfängen der Delfin-Haltung in den 1960er-Jahren sehr viel dazugelernt hat, so wie in der Haltung anderer Zootiere auch. Die Einfuhr von Wildfängen ist schon seit über 20 Jahren kein Thema mehr im Duisburger Delfinarium.

    Was die Engländer angeht: Haben Sie schon mal beobachtet, wie viele Engländer (englische Reisegruppen) Delfinarien im Ausland besuchen und damit oft mehr als grenzwertige Einrichtungen (z.B. in der Türkei) unterstützen?

    Die weltweit boomende Delfinarien-Industrie zeigt, dass der Trend nicht zu weniger Delfinarien, sondern im Gegenteil zu mehr Delfinarien geht. Das befürworte ich keinesfalls, aber ich finde es nicht richtig, dass die beiden bestehenden Zoo-Einrichtungen in Deutschland geschlossen werden sollen, obwohl sie europaweit großes Ansehen genießen.

    Meiner Meinung nach ist eine stetige Verbesserung der Delfin-Haltung in Deutschland die Lösung, nicht die Schließung. Eine Schließung würde nur bedeuten: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“ Moby & Co. wäre damit keineswegs gedient, auch den Artgenossen im Meer nicht.

    1. Hallo „Meeresakrobaten“, vielen Dank für Ihren Kommentar, auf den ich kurz eingehen möchte: ich habe in meiner Pressemitteilung keine konkreten Todeszahlen genannt. Durch die Leitung des Zoos habe ich eine Liste mit Jahreszahlen der verstorbenen Tiere erhalten. Es gibt Presseartikel renommierter Zeitungen, in denen die Zahl der verstorbenen Tiere deutlich höher angeben wird. Deswegen habe ich in meiner Pressemitteilung den Zoo um Aufklärung gebeten.

      Es ist keinesfalls so, dass ich eine sofortige Beendigung fordere. Klar ist aber, dass unter den jetzigen Bedingungen nicht von artgerechter Haltung gesprochen werden kann. Diese muss perspektivisch beendet werden. Der Zoo Münster hat es vor gemacht. Die Tiere aus Münster wurden verantwortungsvoll untergebracht, andere User haben Beispiele gegeben.

      Selbstverständlich erkenne ich an, dass der Kontakt mit den Tieren, der Kontakt mit der Natur in einer weitgehend Naturfremden Gesellschaft sehr wertvoll sein kann, besonders für Kinder. Deswegen halte ich grundsätzlich die Haltung von Tieren in Zoos für ethisch vertretbar. Wie in der PM formuliert, wird eine artgerechte Haltung dieser Tiere in Delfinarien wie in Duisburg in Frage gestellt. Dieser Diskussion dürfen wir uns nicht verschließen.

      Freundliche Grüße
      Martin-Sebastian Abel

      1. Hallo Herr Abel,
        ich habe erst jetzt Ihre Antwort auf meinen Kommentar gesehen. Sorry!
        Die beiden Delfinarien in Nürnberg und Duisburg sind darauf bedacht, die Haltungsbedingungen für ihre Tiere ständig zu verbessern (siehe Delfin-Lagune in Nürnberg, siehe Schiebedach in Duisburg).
        Münster hat geschlossen, da für die Betreiber eine Optimierung der Anlage zu teuer gekommen wäre. Man hat sich dafür für einen Ausbau der Elefanten-Anlage entschieden. In Nürnberg dagegen verzichtet man auf Elefanten – zugunsten der Delfine. Ich finde, da wurde in beiden Fällen richtig und zugunsten der Tiere entschieden.
        Die Großen Tümmler wurden von Münster nach Frankreich und nach Harderwijk/Niederlande gebracht. Wissen Sie tatsächlich, ob mit den Delfinen an den neuen Standorten „verantwortungsvoller“ umgegangen wird??? Waren Sie schon einmal im Freizeitpark Sauvage in Frankreich? Dort lebt jetzt Kite, einer der vier „Jungs“ aus Münster, die übrigens alle in menschlicher Obhut geboren wurden.
        Warum befürworten Sie die Haltung anderer Tiere in Zoos? Meiner Meinung nach ist Ihre Einstellung nicht konsequent.
        Freundliche Grüße
        Susanne Gugeler von den
        Meeresakrobaten

        1. vielen Dank für Ihre Fragen. In der Stellungnahme von Dr. Brensing in der Anhörung des Deutschen Bundestages finden Sie mehrere Verweise auf unterschiedliche Studien (http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a10/anhoerungen/2013_05_15_Delfinhaltung/Stellungnahmen/17-10-1312-E.pdf), auf deren Ergebnisse er seine Stellungnahme aufgebaut hat. Ganz aktuell bin ich auf die Veröffentlichungen von Lori Marino gestossen, über die im folgenden Artikel von David Grimm im Science (http://davidhgrimm.com/wp-content/uploads/2011/07/Are-Dolphins-Too-Smart-for-Captivity3.pdf)

          1. Hans-Jürgen Klinckert says:

            Sehr geehrter Herr Abel,
            um zu einer möglichst sachlichen und opjektiven Beurteilung zu gelangen, wurde von ihnen sicher nicht nur Dr. Brensing herangezogen. Aber haben sie auch die fachlich-und wissenschaftlich fundierten Stellungnahmen von Leibnitzpreisträger Prof. Onur Güntürkün, Prof. Guido Dehnhardt, Dr. Thomas Kauffels, Dr. Thomas Althaus, Dr. Cornils Erik van Elk und Dr. Dag Encke, zur Kenntnis genommen?

            http://www.tiergarten.nuernberg.de/v04/OEffentliche-Anhoerung.441.0.html?&L=1%27

            Mit freundlichen Grüßen,
            H.-J. Klinckert

            http://www.tiergarten.nuernberg.de/v04/OEffentliche-Anhoerung.441.0.html?&L=1%27

  17. Neuhaus Angie says: Antworten

    @ Schwab: Es gibt in der Zwischenzeit so tolle von Menschen betreute grosse MEERES-Buchten, dorthin sollten die Delfine gehen. Ich finde es wahnsinnig, Delfine, die so lange eingesperrt gewesen waren, nur TOTEN Fisch kennen, sie einfach sich selber zu überlassen, es ist das Todesurteil und das wollen wir doch nicht. Sie mussten jahrelang die Clowns für die Zuschauer spielen, man benutzte sie zur Belustigung der Menschen und die Kassen der Betreiber klingelten. Ihr Lebensabend verbringen sie dort ohne Show’s, sie können tief tauchen und weit schwimmen mit ihren Artgenossen, aber wenigstens verhungern sie nicht. Und das hätten sie sehr wohl verdient, nach einer x-jährigem Knast-Zeit.

    1. @Angie Neuhaus: Welche Meeresbuchten meinen Sie??? Wie verbringen die Delfine ihren „Lebensabend“ in den von Ihnen fantasierten Meeresbuchten? Ohne Beschäftigung??? Das wäre ja Tierquälerei. So intelligente Tiere in einer abgesperrten Bucht sich selbst zu überlassen und sie dort auch noch Stürmen auszusetzen, wäre ja unverantwortlich … Sieht so Tierschutz aus? Wie weit können die Delfine in ihren fantasierten Meeresbuchten schwimmen? Ich hätte gerne konkrete Angaben, die mir bisher von den Delfinariengegnern vorenthalten werden.

    2. Hans-Jürgen Klinckert says: Antworten

      Wo giebt es die von Menschen betreuten Buchten? Welche Delphine und wieviele, werden dort betreut? Welche Organisation steht dahinter???

  18. J. Schwab says: Antworten

    Ich freue mich, dass der Gedanke eines respektvollen Umgangs mit Lebewesen auch hier weiter verfolgt wird und immer mehr Menschen sich bewusst für ein lebenswürdiges Leben aller einsetzen.
    Schade ist, dass der Süßwasserdelfin im Zoo Duisburg bislang in keinem Beitrag erwähnt wurde, der mir unter die Augen kam.

    Schon seit mehr als 20 Jahren (30 Jahren) fristet er (sie?) ein karges und unwürdiges Dasein im Duisburger Zoo. Mittlerweile sogar allein, da der Gefährte/die Gefährtin vor mir unbekannter Zeit verstorben ist.

    Besonders bitter sind die Lebensumstände dieses intelligenten Säugetieres vor allem vor dem Hintergrund, dass es sich hier noch um einen Wildfang (!!!) handelt.

    Vielleicht halten viele meine Meinung für überzogen, aber ich finde, der Delfin sollte wieder an den Fangort zurück und in die Freiheit entlassen werden. Unbeachtet der Kosten und der evtl. Überlebensfähigkeit. Meiner Meinung nach hat er dem Zoo genug Geld eingebracht und sollte in Würde leben oder sterben können.

    1. Ich sehe in ihrem Beitrag nichts Überzogenes. Ich teile ihre Ansicht bis ins Detail. Warum sorgt ein Zoo wie der Duisburger nicht einmal für Positivschlagzeilen und entlässt den Delfin in Freiheit. So profitgeil und hartherzig kann sich doch kein Tierpark verhalten, das ist doch entgegen aller Grundlagen.

      1. @Achim Brix: Wie wollen Sie die sieben in Duisburg zur Welt gekommenen Delfine in die Freiheit entlassen?????

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