Atteste bei Prüfungen – Aussprache im Ausschuss (Protokoll vom 8. Mai)

Foto: Schälte, Bernd

„Oft ist das richtige Maß bei der Attestpflicht verlorengegangen.“

Ausschuss für Innovation, Wissenschaft und Forschung 16. Sitzung (öffentlich)
8. Mai 2013
Düsseldorf – Nordrhein-Westfälische Akademie
der Wissenschaften und der Künste 15:30 Uhr bis 18:10 Uhr
Vorsitz: Arndt Klocke (GRÜNE) Protokoll: Gertrud Schröder-Djug

Martin-Sebastian Abel (GRÜNE) bedankt sich für den Bericht und das Update. Die Ruhr-Universität sei in mehrfacher Hinsicht vorbildlich. Er würde sich freuen, wenn auch andere Universitäten diesen Weg gingen. Die Situation an den Hochschulen sei sehr unterschiedlich. Auch innerhalb der den Fakultäten werde mit diesen Attesten unterschiedlich umgegangen. Teilweise werde in Prüfungsordnungen einzelner Fächer
genau geregelt, dass nur Atteste mit der Angabe der Diagnose oder mit der Beschreibung
von Symptomen, die zur Prüfungsunfähigkeit führten, anerkannt würden.
Es reiche nicht, ein normales ärztliches Attest einzureichen. Auch bei normalen Klausuren, bei denen es nicht um Examina oder Prüfungen gehe, die man nur einoder
zweimal ablegen könne, werde direkt ein amtsärztliches Attest verlangt.
Nun sei die rechtliche Lage aufgrund eines Beschlusses des Bundesverwaltungsgerichts so, dass die Hochschulen dies so machen könnten. Er lese es so, dass das die Ultima Ratio sei, dass dies für Examensprüfungen vorbehalten sei. Die Hochschulen, deren Prüfungsordnungen sehr scharfe Kriterien enthielten, sollten zu anderen Schlüssen kommen. Sicher sei es berechtigt, dass gewisse Hürden gesetzt würden, wenn man sich krankheitsbedingt von Prüfungen abmelde. Er glaube, oft sei das richtige Maß verlorengegangen.
In der Prüfungsordnung für Psychologie an der Universität Düsseldorf stehe, dass binnen drei Tagen ein amtsärztliches Attest unter Nennung der Symptome, die zur Prüfungsunfähigkeit führten, eingereicht werden müsse. Ein amtsärztliches Attest innerhalb von drei Tagen sei nicht einfach beizubringen. Die kranken Studierenden müssten den Aufwand auf sich nehmen, zu einem fremden Arzt zu gehen, was auch mit Kosten verbunden sei. In Düsseldorf koste ein amtsärztliches Attest 50 Euro. Der AStA der Universität Düsseldorf berichte, dass viele Studierende diesen Gang scheuten und lieber durchfielen, nicht bestünden, statt sich dieses Attest zu holen und diesen Aufwand auf sich zu nehmen.
Er würde es begrüßen, wenn sich alle Universitäten ihre Prüfungsordnungen noch einmal anschauten und prüften, ob es verhältnismäßig sei, was teilweise da geregelt sei.

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