Tierversuche in der Forschung: Besuch bei Bayer Pharma in Wuppertal

Gemeinsam mit meiner Kollegin Jutta Velte besuchte ich den Tierschutzbeauftragten der Bayer Pharma AG Klaus-Dieter Bremm und seine Kollegen auf dem Campus von Bayer Pharma in Wuppertal. Das Gespräch hatte sich anlässlich der Debatte um die Einführung eines Verbandsklagerechts für Tierschutzverbände ergeben.

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Tierversuche werden in der EU nur dann erlaubt, wenn keine gesetzlich anerkannte Ersatzmethode angewendet werden kann oder darf. Bayer muss u.a. für die Zulassung von Medikamenten bestimmte Tierversuche ausführen. Die Vorschriften ergeben sich aus unterschiedlichen Zulassungsvoraussetzungen (REACH, ICH Guidelines, Pharmacopoeia).

Im Gespräch identifizierten wir gemeinsam Verbesserungsmöglichkeiten und dringenden Handlungsbedarf mit Blick auf europäische Richtlinien, insbesondere REACH, wo im Einzelfall Tierversuche  mit schwerer Belastung vorgeschrieben sind, deren Unerlässlichkeit von allen Beteiligten als zweifelhaft angesehen wurde. Auch für die Entwicklung neuer Arzneimittel  wurde Potential für alternative Methoden gesehen, die bisher von den Registrierungsbehörden nicht akzeptiert werden.

BAYER verwendet zur Sicherheitsbewertung die gesetzlich geforderten Methoden, darunter auch alternative Herangehensweisen nach dem 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine). Bayer hat zudem eine Globale Tierschutzkommission eingerichtet, welche die hohen Standards der deutschen und europäischen Vorschriften an allen Standorten sichern soll. Bayer weicht also nicht – wie es allgemein ein Trend der Pharmabranche ist – auf Länder mit niedrigerem Tierschutzstandard aus und macht dies deutlich durch die Ergänzung des 3R Prinzips durch ein viertes „R“, nämlich Responsibility.

Wir bekamen zudem eine Führung durch die neue Tierversuchsanlage auf dem Campus, in denen Primaten und Hunde gehalten werden. Ich glaube wir haben interessante Bereiche identifiziert, in denen wir zukünftig gemeinsam im Sinne eines verbesserten Tierschutzes aktiv werden können.

2 Kommentare

  1. Thomas sagt: Antworten

    Das klingt ja wirklich gut, was BAYER hier macht. Trotzdem frage ich mich, warum wollen Sie mit einem Pharmakonzern „…gemeinsam im Sinne eines verbesserten Tierschutzes aktiv werden…“? Können Sie das als Politiker nicht alleine? Was wollen Sie denn konkret machen?

    1. Hallo Thomas, danke für Deine Frage. Natürlich habe ich gemäß der Verfassung das Staatsziel Tierschutz zu verfolgen und habe als Abgeordneter die Möglichkeit, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu beeinflussen, jedenfalls in meinem Bundesland. Wenn nun ein Unternehmen auf mich zu kommt und mich auf eine in Sachen Tierschutz mangelhafte Rahmenbedingung hinweist, werde ich natürlich gerne versuchen das zu ändern. Hier geht es um Europäisches Recht und ich will deswegen versuchen einen Dialog herzustellen und die Hinweise weiterzugeben. Ich unterstütze damit ja nicht Unternehmensinteressen sondern die Interessen der Tiere.

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