Alternativen zu Tierversuchen in der Forschung: Besuch beim ZEBET

Auf der Suche nach Alternativen zu Tierversuchen in der Forschung habe ich mich auf den Weg ins ZEBET (Besuch in der Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Alternativmethoden zum Tierversuch) nach Berlin-Marienfelde gemacht, wo man genau dies zu erforschen versucht. Als AnsprechpartnerInnen standen Herr Prof. Schönfelder, Frau Dr. Gruner und Frau Dr. Röhl zur Verfügung die mich über ihre Arbeit informierten. Prof. Schönfelder ist wissenschaftlicher Fachgutachter und gilt als renommierter Wissenschaftler im Fachgebiet Pharmakologie und Toxikologie. Gleichzeitig ist er Vorsitzender der Sektion Hormontoxikologie der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie sowie pharmakologischer und toxikologischer Sachverständiger für nationale und internationale Institutionen, Gremien und Gerichte.

1989 wurde das ZEBET am Bundesinstitut zur Risikobewertung mit dem Ziel gegründet, den Einsatz von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken auf das unerlässliche Maß zu beschränken und Alternativen zum Tierversuch zu entwickeln.

Begleitet und beraten wird das ZEBET durch eine Kommission die sich aus VertreterInnen der Wissenschaft, Industrie, Tierschutzorganisationen und Länderbehörden zusammensetzt.

Die Abteilung Experimentelle Toxikologie und ZEBET umfasst fünf Fachgruppen:

ZEBET – Datenbank und Informationsbeschaffung, ZEBET Alternativmethoden zu Tierversuchen, Molekulare Toxikologie, Nanotoxikologie und Referenzmaterial und Zertifizierung

Es gibt drei große Ziele die verfolgt werden.

  1. Entwicklung von Alternativmethoden zur Vermeidung von Tierversuchen.
  2. Verringerung der Versuchstiere auf ein Minimum
  3. Vermeidung des Leidens von Versuchstieren

Diese drei Vorhaben werden als 3R-Prinzip bezeichnet (Replacement, Reduction, Refinement). Jeder Antrag auf Tierversuche wird mit diesem Verfahren daraufhin überprüft, ob nicht andere Methoden geeignet sind, den Tierversuch zu ersetzen.

Am ZEBET wird vornehmlich an den gesetzlich vorgeschriebenen toxikologischen Testverfahren geforscht. Größere Erfolge bei den alternativen Testverfahren sind bereits im Bereich der Phototoxizität und Toxizität an Haut und Auge gelungen.

Zur Erleichterung von systematischen Recherchen bei der Suche nach Alternativmethoden bietet das ZEBET ein englischsprachiges Nachschlagewerk mit dem Namen „ECVAM Search Guide – Good Search Practice on Animal Alternatives“ für Genehmigungsbehörden und Tierschutzbeauftragte an.

Bei der Forschungsarbeit gibt es eine ganze Reihe von Kooperationspartner wie beispielsweise der EU-Kommission, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Internationalen Organisation für Normung (ISO). Damit soll möglichst eine große Akzeptanz der alternativen Testmethoden erreicht werden. Die Arbeit des Instituts erscheint vor dem Hintergrund der von 2011 auf 2012 um knapp 170.000 auf insgesamt 3.080.727 gestiegenen Zahl von Tierversuchen wichtiger denn je.

Ich konnte während meines Besuchs sehr interessante Einblicke in die Arbeit des Instituts erhalten. Die Forschung macht mich zuversichtlich, dass wir im Bereich der Alternativmethoden in Zukunft große Fortschritte zu erwarten haben. Dennoch müssen wir die Fördermittel insbesondere für diese Forschung erhöhen. Die bisherige Bundesregierung hat hier nicht viel unternommen – leider…

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