Veranstaltung zum Thema „Ethische Vertretbarkeit von Tierversuchen“

Am 04.04.2014 fand im Landtag NRW unsere Diskussionsveranstaltung zum Thema „Ethische Vertretbarkeit von Tierversuchen“ statt. Als Tierschutzpolitischer Sprecher meiner Fraktion, habe ich ExpertInnen unterschiedlicher Professionen und Hintergründe zu diesem kontrovers diskutierten Thema eingeladen.

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Ziel der Veranstaltung war es, eine Diskussion darüber zu führen ob, und wenn ja, unter welchen Bedingungen, Tierversuche vertretbar sind und welche Rahmenbedingungen gelten müssen. Es überrascht wenig, dass wir keine endgültigen Antworten gefunden haben. Es gab jedoch einige interessante Einblicke und Erkenntnisgewinne, so wurde es jedenfalls zurückgemeldet. Wir konnten für diese Diskussion hochrangige PodiumsteilnehmerInnen als Gäste gewinnen:

Peter Knitsch, Staatssekretär (MKULNV) eröffnete die Runde der Kurzreferate. Er verschaffte den TeilnehmerInnen einen Überblick über die Situation in NRW, der Haltung des Ministeriums und den dazugehörigen Abläufen.

Dr. Christiane Baumgartl-Simons vom Bundesverband Menschen für Tierrechte e.V., die gleichzeitig Mitglied einer Ethikkommission nach § 15 Tierschutzgesetz ist, welche beantragte Tierversuche auf eine mögliche Genehmigung überprüfen muss, unterstrich sehr deutlich den Stellenwert, den Tiere in unserem Rechtssystem haben sollten und hob unsere moralische Verpflichtung ihnen gegenüber hervor

Clemens Wustmans M.Ed.vom Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre der Ruhr-Universität Bochum führte zunächst über verschiedene ethische Grundansätze in die Thematik ein. Seine Dissertation, die im Sommer veröffentlich wird, entwickelt ein Verantwortungsethisches Modell zur Bewertung von Tierversuchen.

Die Notwendigkeit von Tierversuchen, insbesondere in der medizinischen Forschung, verdeutlichte Prof.Dr. Gero Hilken, Leiter des zentralen Tierlabors der Uni-Klinik Essen. Viele der heutigen Behandlungsmöglichkeiten seien zunächst erst durch Grundlagenforschung und dann durch die gezielte anwendungsorientierte Forschung möglich geworden.

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Dr. Klaus-Dieter Bremm Tierschutzbeauftragter der Bayer Pharma AG, beleuchtete die Bedeutung der Forschung für die Medizin und die Pharmaunternehmen, machte aber auch deutlich was bereits unternommen wurde, um Alternativen zu Versuchen an Tieren zu etablieren und die Anzahl der Tierversuche zu reduzieren.

Mit über 80 BesucherInnen fand die Veranstaltung regen Zuspruch. Dabei hatten alle die Gelegenheit mit zu diskutieren und Fragen an das Podium zu stellen. Die Veranstaltung wurde auch im Livestream übertragen. Wir werden in Zusammenarbeit mit den TeilnehmerInnen der Podiumsdiskussion über eine Dokumentation beraten.

Der Austausch der Argumente fand in einer von Fairness geprägten Atmosphäre statt und ließ viel Raum zum Nachdenken über einen gesellschaftlichen Prozess der Antworten auf die Frage von Tierversuchen geben muss.

Wir möchten uns noch mal einmal bei allen TeilnehmerInnen bedanken und freuen uns schon auf die nächste Veranstaltung. Auf dieser werden wir uns dem Thema „Tierverbrauch“ im Studium widmen.

Nähere Informationen gibt es dann auf meiner Website.

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