Bundesregierung muss Säugetiergutachten für Delfine überarbeiten

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Die Grünen erhöhen den Druck auf die Bundesregierung, damit es künftig neue Regelungen zur Haltung von Delfinen gibt. Im neuen Säugetiergutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums sind zwar viele neue und gute Mindestanforderungen für Tiere in Zoos enthalten, aber für die Meeressäuger gibt es keine Verbesserungen. Landesumweltminister Johannes Remmel hat nun bei Bundesminister Schmidt (CSU) interveniert und den Nachbesserungsbedarf am Säugetiergutachten in einem Brief angemahnt. Dazu erklärt Martin-Sebastian Abel, tierschutzpolitischer Sprecher der GRÜNEN Fraktion im Landtag NRW:

„Bessere Bedingungen für Delfine waren ein Hauptgrund für die Überarbeitung des Säugetiergutachtens, aber der Bundeslandwirtschaftsminister hat sie unter den Tisch fallen lassen. Das ist tragisch und nicht nachvollziehbar. Die an der Überarbeitung beteiligten Tierschutzsachverständigen beklagen, dass ihnen wichtige Unterlagen vorenthalten wurden. Sie konnten somit keine wissenschaftlich fundierte Stellungnahme zu den Mindestanforderungen abgeben. Das Bundesministerium ist in der Pflicht, zu diesen Vorwürfen Stellung zu nehmen. Das Säugetiergutachten muss zügig so überarbeitet werden, wie es der Deutsche Bundestag mehrheitlich beschlossen hat. Es ist deshalb gut und wichtig, dass Johannes Remmel in einem Brief an seinen Amtskollegen einen besseren Tierschutz für Delfine angemahnt hat.“


Hintergrund
Mit dem Antrag „Delfinschutz voranbringen“ (Drucksache 16/12868) hatte der Bundestag schon 2009 mit den Stimmen von CDU und SPD beschlossen, dass das Bundesministerium für Landwirtschaft die Haltungsanforderungen von Delfinen anpasst und regelmäßig überarbeitet. Im Antrag wurde explizit verlangt, dass das bearbeitende Expertengremium paritätisch mit Tierschutzorgansiationen, unabhängigen Gutachtern und den Zoos zu besetzen sei.

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