Gänsereiten stoppen: Karneval geht auch ohne tote Tiere!

Gänsereiten

An den
1. Vorsitzenden des
Sevinghauser Gänsereiter Club 1598 e.V.

 

Sehr geehrter Herr Wirth zur Osten,

als Vorsitzender des Sevinghauser Gänsereiter Club 1598 e.V. appelliere ich an Sie, nicht die Augen vor dem massiven Protest gegen das Gänsereiten zu verschließen und über Alternativen zur toten Gans zu diskutieren.

Viele Menschen stößt der archaische Akt des Kopfabreißens eines toten Tieres ab und sie sehen dadurch gesellschaftliche Werte missachtet. Dies ist auch meine Haltung. Mir ist bewusst, dass wir in Deutschland jedes Jahr mehrere hundert Millionen Tiere zur Nahrungsaufnahme töten. Viele unter grausamen Umständen. Auch die Schlachtung von Gänsen, laut Fleischatlas über 500.000 jedes Jahr in Deutschland, löst bei vielen Abscheu aus: sie werden an den Läufen aufgehängt und durch ein V-förmiges Messer wird der Kopf vom Rumpf getrennt. Ohne Zweifel gibt es andernorts millionenfaches tägliches Leid in Schlachthöfen und Tierfabriken und dies ist nicht zu vergleichen mit dem Gänsereiten.

Jedoch ist die Verwendung eines getöteten Tiers zu Unterhaltungszwecken auch ein Ausdruck der Missachtung gegenüber unserer Mitgeschöpfe. Tiere dienen nicht unserer Unterhaltung sondern müssen respektvoll behandelt werden. Viele Menschen sehen in der Akzeptanz dieses Brauches Werte verletzt und demonstrieren dagegen, auch weil sie die Zurschaustellung eines toten Tieres als Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben sehen und darin die Ursache für die weit verbreitete Gleichgültigkeit gegenüber Missständen in der Tierhaltung generell.

Ich liebe den Karneval und habe großen Respekt für die Menschen, die in ihrer Freizeit das Brauchtum pflegen. Tradition braucht aber Verankerung in der Gesellschaft. Eine Tradition oder die Erinnerung an einen Brauch zu bewahren, bedeutet auch, sich ständig mit gesellschaftlichen Entwicklungen auseinanderzusetzen und sich einer Wertedebatte zu stellen. Aktuell wenden sich mehrere hundert BürgerInnen an mich, um gegen das Gänsereiten in Wattenscheid zu protestieren und bitten mich als Mitglied des Landtages, um eine Stellungnahme.

Viele von ihnen haben eine Petition gegen das Gänsereiten auf der Plattform change.org unterschrieben. Insgesamt haben mehr als 60.000 InternetnutzerInnen diese Petition unterzeichnet.
Daher möchte ich sehr eindringlich an Sie appellieren, innerhalb Ihres Vereins darüber zu diskutieren, in der nächsten Session auf eine tote Gans zu verzichten und stattdessen eine Attrappe zu benutzen.

Ich glaube, dass Sie für solch eine Lösung viel Anerkennung sowohl bei den TierschützerInnen als auch der Brauchtumspflege erfahren würden. Tradition und Brauchtum zu erhalten ist eine wichtige Aufgabe unserer Gesellschaft und verdient Anerkennung.

In diesem Sinne würde es mich freuen, wenn Sie nächstes Jahr auf diese Form der Brauchtumspflege nicht verzichten, aber statt einer toten Gans eine Attrappe verwenden würden. Ich glaube, dies wäre für den Karneval in Bochum-Wattenscheid ein großer Gewinn.

Ich hoffe auf Ihr Verständnis, dass ich aufgrund der zahlreichen Zuschriften von BürgerInnen, den Inhalt dieses Briefes auf meinem Blog veröffentliche, selbstverständlich ohne die Nennung Ihrer postalischen Daten.

Mit freundlichen Grüßen

Martin-Sebastian Abel MdL

6 Kommentare

  1. Simone Maarouf sagt: Antworten

    Ich schließe mich dem Kommentar von Micha an !!!!!?! Ich bin auch sehr entsetzt darüber, das es sowas noch in Deutschland gibt, lässt Euch bitte etwas anderes einfallen, man sollte Tiere(Lebewesen) mehr Respekt entgegen bringen ob Tot oder Lebendig !!!!!

    Mit freundlichen Grüßen

    Frau Simone Maarouf

  2. Micha sagt: Antworten

    Wo anders verhungen Menschen und Ihr Spielt damit und werft es anschließend weg. Die Tiere sind aus einem anderen Zweck auf die Welt gekommen. Entweder zum Essen oder dem Menschen Freude zu bereiten und nicht um sie zu schändigen.
    ENDE
    Lasst euch was anderes einfallen!!!!!!!!

  3. diana sagt: Antworten

    Sowas geht garnicht.wie abscheulich ist sowas bitte.setzt dem ein ende

  4. simone sagt: Antworten

    Tradition zu Karneval?
    Das ist Irrsinnig und Schwachsinnig! Respektlos dem Lebewesen gegenüber!
    Ich bin erschüttert darüber das es so etwas hier bei uns überhaupt gibt!

  5. Kathi Eist sagt: Antworten

    Diese Tradition muss geaendert werden. Es ist sehr traurig dass sowas heute noch durchgefuehrt wird.

  6. Katrin Woit sagt: Antworten

    Es ist SCHEIßE was Ihr zum spielen zum Karnevall macht.Ist der Mensch so tief gesunken um mit Toten Tieren zu Schmeißen und dann noch die Reiterspiele……
    Echt Traurig.

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