Praktikum

Die Grüne Landtagsfraktion bietet für SchülerInnen und StudentInnen Praktika in den Funktionsbereichen oder direkt in den Büros der Abgeordneten an. Ständig aktualisierte Informationen und die Kontaktdaten der AnsprechpartnerInnen in der Fraktion findet Ihr hier: http://gruene-fraktion-nrw.de/fraktion/struktur/stellen.html

Um einen kleinen Einblick darüber zu geben, was Euch bei einem Praktikum erwartet, hat eine Praktikantin (Schülerpraktikum bei mir im Büro) für die Website diesen kleinen Bericht geschrieben:

Mein Praktikum im Landtag

Für drei Wochen war ich im Landtag bei dem Abgeordneten Martin-Sebastian Abel von der grünen Landtagsfraktion, er ist Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien und Sprecher für Tierschutz. Ich durfte ihn zu den meisten seiner Sitzungen begleiten und auch sonst zwischen den Programmpunkten auswählen, was mich am meisten interessierte und selbst dort hingehen.

Den Landtag wollte ich schon länger kennenlernen, weil ich endlich verstehen wollte wer wen wählt, welche Gesetze diskutiert werden und wie die Debatten ablaufen. Daher war es für mich eine einmalige Gelegenheit, mein Praktikum bei den Grünen zu machen und so die konkrete Arbeit der Partei, z.B. in den einzelnen Arbeitskreisen zu verfolgen.

Abwechslung

Besonders gut finde ich, dass mein Praktikum mir ermöglicht hat auch die anderen Parteien bei der Arbeit zu sehen, indem ich z.B. deren Fraktionssitzungen besucht habe. Von daher war es wesentlich abwechslungsreicher als wenn ich nur hätte bei der grünen Fraktion dabei sein dürfen.

An meinem ersten Tag bekam ich meinen Arbeitsplatz bei einem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Fraktion gezeigt. Ich hatte einen PC an dem nur ich arbeitete und war auch im e-mail Verteiler der Fraktion, sodass ich durch die Nachrichten immer wusste welche Themen gerade aktuell waren. Alle waren sehr hilfsbereit und freundlich zu mir, was mich natürlich gefreut hat.

Danach habe ich einen AK (Arbeitskreis) besucht und später noch den Sportausschuss. Obwohl ich meiner Meinung nach nichts besonders anstrengendes gemacht hatte, war ich am Nachmittag schon völlig geschafft und ein wenig enttäuscht so wenig verstanden zu haben. Auch meine Geduld wurde auf die Probe gestellt, da ich es nicht gewohnt bin so lange zu sitzen. Ehrlich gesagt war ich sogar etwas demotiviert bei der Aussicht noch fast drei Wochen hier bleiben zu müssen. Aber zum Glück sollte sich das in den nächsten Tagen ändern.

Interessant wird es erst wenn man Fragen stellt (!)

Jedes Mal bevor ich zu einer Sitzung ging, habe ich mir die Tagesordnung genau angeschaut und konnte so viel besser verstehen worüber tatsächlich diskutiert wird. Allerdings sprechen politisch engagierte Menschen eine etwas andere Sprache als ich. Deshalb musste ich einige Worte und Abkürzungen nachschlagen, um gedanklich mitzukommen. Ich kann aber jedem versichern: Es lohnt sich! Klar, es scheint zwar umständlich ständig ein neues Wort zu lernen, aber wenn man diese Worte einmal weiß, wird alles plötzlich klarer und wesentlich interessanter.

Die spannendste Sitzung war für mich die Plenarsitzung, die über zwei Tage verlief, weil das die Sitzung ist über die in den Medien am meisten geredet wird. (Manchmal ist es sogar ganz amüsant zuzuschauen wie einzelne Abgeordnete dazwischen rufen und sich andere wiederum darüber aufregen was der Betreffende gesagt hat und die Präsidentin sich daraufhin verpflichtet sieht einzugreifen.)

Was mir sehr gut gefallen hat ist, dass meine Kollegen sich gefreut haben wenn ich eine Frage gestellt habe und das nicht als lästig empfunden haben. Insgesamt kann ich sagen, dass die Arbeit hier im Landtag mit Sicherheit nicht für jeden geeignet ist, dennoch bereue ich dieses Praktikum keine Sekunde.

Freiheit bzw. meine Bedenken erledigen sich von selbst

Vor meinem Praktikum hatte ich etwas Bedenken, dass versucht würde mich in die Partei zu ziehen und mir eine feste Meinung über die anderen Parteien und deren Vorhaben vorgegeben würde. Ich muss sagen, dass ich das nie so erlebt habe und dafür auch sehr dankbar bin. Außerdem wurde mir die Freiheit gelassen, mir meine Zeit und meine Aufgaben selbst so einzuteilen wie ich es brauche. Das heißt:

Wie groß der Lernerfolg für den Einzelnen ist, hat er selbst in der Hand, da alles von seinem persönlichen Interesse und Engagement abhängt.

Nachdem du das gelesen hast…

und du dir vielleicht denkst „im Grunde weiß ich nicht so viel über den Landtag und das Parteileben, aber ich würde gern mehr darüber erfahren“, dann kann ich dir nur empfehlen: Probiere es aus! Schaden wird es dir nicht. Höchstens deinen Horizont erweitern.

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